Am linken Scheldeufer in Zwijndrecht, auf einem Polder im Antwerpener Hafengelände, begann Polysar Belgium im Jahr 1962 mit dem Bau der Anlage. Mit 163 Mitarbeitern und 3 Reaktoren verfügte die Anlage über eine Startkapazität von 30.000 t. In der Nacht vom 21. November 1963 wurde der allererste Butylkautschuk produziert. Seitdem sind im Werk in Zwijndrecht über 4 Mrd. kg Butylkautschuk hergestellt worden. Da der Kautschuk zu Ballen oder Blöcken von 34 kg gepresst wird, sind dies insgesamt 120 Mio. Ballen.

Die Butylkautschuk-Anlage gehört seit 2004 zum Kölner Lanxess-Konzern, der dort in den vergangenen 10 Jahren über 250 Mio. Euro investiert hat, unterer anderem für den Ausbau der Kapazität (+25 %) als auch in eine neue Energieanlage und in 2 Pilotanlagen. Der Bau einer neuen Energieanlage (KWK-Anlage beziehungsweise Blockheizkraftwerk) war eines der bedeutendsten Projekte; sie beliefert die Anlage mit Dampf und Strom beliefert.

Butylkautschuk wird hauptsächlich für die Reifenproduktion verwendet. Moderne Radialreifen erfordern einen Innerliner aus Halobutylkautschuk, der wegen seiner Gasundurchlässigkeit den Druck über einen längeren Zeitraum konstant hält. Das senkt den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen.

Weitere Anwendungen von Butylkautschuk sind Schutzkleidung, Schuhsohlen, Klebstoffe und Kaugummi. Seine Gasundurchlässigkeit und Chemikalienbeständigkeit haben sich auch in Klimaanlagen von Fahrzeugen und in Auskleidungen von Tanks bewährt.

(dw)