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„Die Kautschukgewinnung aus der Pusteblumenwurzel ist deutlich wetterunabhängiger möglich als die vom Kautschukbaum und eröffnet aufgrund ihrer agrarischen Anspruchslosigkeit ganz neue Potentiale – insbesondere für heute brachliegende Anbauflächen in Europa. Durch den Anbau in viel kürzerer Entfernung zu unseren Produktionsstandorten können wir darüber hinaus in nennenswertem Umfang sowohl die Umweltbelastung als auch den Logistikaufwand senken.“ Der Anbau ist in zahlreichen Ländern Europas, unter anderem auch in Deutschland möglich. Die ersten Testreifen mit Gummimischungen aus Löwenzahn-Kautschuk sollen im Laufe des nächsten Jahres auf öffentlichen Straßen erprobt werden.

In den vergangenen Jahren konnte im Labor durch den Einsatz moderner Züchtungsmethoden und technische Optimierung von Anlagen hochwertiger Naturkautschuk aus Löwenzahnwurzeln hergestellt werden. Eine Pilotanlage, die Naturkautschuk im Tonnenmaßstab produziert, wird derzeit gebaut. Continental geht – analog zum erwarteten Wachstum des weltweiten Reifenmarktes – von einer langfristig steigenden Nachfrage nach Naturkautschuk aus. „Mit diesem Löwenzahn-Projekt haben wir einen großen Schritt auf dem Weg zu unserem langfristigen Ziel gemacht, die Produktion von Pkw-, Lkw-, Spezial- und Zweirad-Reifen noch nachhaltiger zu gestalten“, erklärte Dr. Andreas Topp, der das Kooperationsprojekt als Leiter der Material- und Prozessentwicklung sowie Industrialisierung für Reifen bei Continental betreut. „Wir gehen davon aus, dass wir den Löwenzahn-Kautschuk in großen Mengen mit mindestens denselben Leistungseigenschaften wie der herkömmliche vom Kautschukbaum geerntete herstellen können. Und dadurch werden wir uns deutlich unabhängiger von der jährlichen Erntesituation in den subtropischen Anbaugebieten machen“, so Topp weiter. Ein Kautschukbaum benötigt darüber hinaus bis zu sieben Jahre Vorlauf, bis die erste verwertbare Kautschukernte möglich ist. Naturkautschuk aus Löwenzahn könnte dagegen ohne Vorlauf und mehrmals im Jahr geerntet werden.

 

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Die GreenTec Awards sind Europas größter Umwelt- und Wirtschaftspreis und werden seit 2008 vergeben. Die aus 50 ausgewiesenen Experten bestehende Jury wird am 25. Februar 2014 über die Podiums-Platzierungen der jeweils drei Finalisten in den 14 verschiedenen Kategorien entscheiden. Die Preisverleihung findet am 4. Mai 2014 zum Auftakt der Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft IFAT in München statt.