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Echtzeitsensorik für die Hightech-Folienproduktion ist ein Schwerpunkt des Forschungsprojekts.
Bild: Kuraray Europe

Echtzeitsensorik für die Hightech-Folienproduktion ist ein Schwerpunkt des Forschungsprojekts.
Bild: Kuraray Europe

Mit dabei ist der Chemiehersteller Kuraray, der seine Stand-orte in Deutschland und Europa bereit für das 5G-Zeitalter machen will. In Troisdorf werden Polyvinylbutyral-(PVB)-Folien hergestellt, die als Zwischenlagen in anspruchsvollen Sicherheitsverglasungen für Automotive und Architektur zum Einsatz kommen. Ein Anwendungsfall, der beim Projekt getestet wird, ist ein 5G-Werkzeugkoffer, der beispielsweise aus der Ferne Wartungsarbeiten an den Produktionsanlagen oder Serviceeinsätze bei Kunststoffverarbeiter ermöglicht.
Mit neuen Technologien wie der Mixed Reality (MR)-Brille erhalten die Pro-zessingenieure und Techniker des Unternehmens ein exaktes virtuelles Bild der Anlagen und können auf zusätzliche Informationen wie Echtzeit-Daten, Betriebsanleitung und Konstruktionspläne zugreifen.

Virtuelle Technologien

„Mit dem 5G-Werkzeugkoffer können sich unsere Ingenieure ein detailliertes Bild von der Situation machen, unabhängig davon, wo sie sich befinden und Mitarbeitern präzise Anleitungen geben, etwa um Störungen zu beheben“, sagt Dr. Holger Stenzel, Standortleiter Troisdorf. Die neue Technologie ermöglicht es, zukünftig Fachkompetenzen noch besser zu verknüpfen, sodass Homeoffice auch für Techniker denkbar ist.
Darüber hinaus wird getestet, wie neue, per 5G vernetzte Sensorik die Qualität und Effizienz der Produktion weiter verbessern kann. „Bei der Produktion unserer PVB-Folien fließen verschiedene komplexe Prozessschritte in-einander“, sagt Simon Fuchs, Global Demand Manager und Leiter des Projekts. „Bisher waren sehr aufwendige Verkabelungen notwendig, um die verschiedenen Einflussfaktoren während der Produktion zu überwachen.“ Im Pilotprojekt untersucht der Folienhersteller mit den Forschern des Fraunhofer-Instituts, wie 5G-Sensorik ein noch präziseres Bild der Prozessabläufe liefert. Mit den Daten in Echtzeit können dann die Abläufe hinsichtlich Qualität, weniger Abfälle, Emissionen und Energieverbrauch optimiert werden. Gemeinsam mit dem ebenfalls im Industriepark Troisdorf ansässigen Unternehmen ZWi Technologies wird ein intelligentes Leitsystem für die Flurförderfahrzeuge erprobt.

Geförderte Maßnahme

Dieses Projekt ist eines von insgesamt zehn Vorhaben, die das BMVI für die Erforschung von industriellen Anwendungen für 5G-Technologien unterstützt. Für das auf eine Laufzeit von 3 Jahren ausgelegte Projekt stellt der Bund insgesamt 3,57 Mio. Euro zur Verfügung. Startschuss war im Januar 2021.

Eckdaten des Projekts – 5G-Pilotprojekt im Industriepark Troisdorf

Mit neuen Technologien wie der Mixed Reality (MR)-Brille erhalten die Prozessingenieure und Techniker des Unternehmens ein exaktes virtuelles Bild der Anlagen. Bild Kuraray

Mit neuen Technologien wie der Mixed Reality (MR)-Brille erhalten die Prozessingenieure und Techniker des Unternehmens ein exaktes virtuelles Bild der Anlagen. Bild Kuraray

Das 5G-Pilotprojekt in Troisdorf soll Erkenntnisse liefern, wie industrielle Prozesse mit modernen 5G-Technologien effizienter, besser und umweltschonender werden können:

Ziel des Projekts: Die sieben Partner des Projekt-Konsortiums testen 5G-Anwendungen für die Industrie. Ein Fokus liegt dabei auf komplett neuartigen Konzepten, die mit dem bisherigen 4G-Standard nicht realisierbar waren – etwa die sichere Fernwartung von Anlagen per MR-Brille oder ein intelligentes Leitsystem für Flurförderfahrzeuge.
Projektablauf: Das Projekt startete im Januar 2021 und ist für die Dauer von 3 Jahren ausgelegt. Im ersten Schritt werden die Anwendungsfälle realisiert, daneben wird im Industriepark Troisdorf ein 5G-Campus-Netzwerk aufgebaut, das komplett unabhängig vom Telekommunikationsnetz ist. Anschließend integrieren die Projektteilnehmer die einzelnen industriellen Anwendungen in das Netzwerk.
Branchenübergreifender Ansatz: Das Projekt bringt gezielt Akteure aus verschiedenen Bereichen zusammen: Neben Kuraray, ZWi Technologies sowie der Troiline, die als Tochtergesellschaft der Stadtwerke Troisdorf das komplett unabhängige 5G-Campusnetzwerk im Industriepark aufbaut, ist auch die Troisdorfer Wirtschaftsförderung Trowista beteiligt. Begleitet wird das Pilotprojekt vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT, Sankt Augustin, dem Institut für Technologie und Innovationsmanagement der RWTH Aachen und dem Institut für Arbeit, Leistung und Gesellschaft (ILAG), Plön.