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Die ersten Schritte in Richtung ihrer heutigen Unternehmensausrichtung verdankt die heutige Business Unit des Konzerns allerdings dem dritten Compagnon Dubois‘, Victor Kaufmann. Er schaffte 1902 den Einstieg in die aufstrebende Gummibranche. „Gestartet war die Firma eigentlich mit der Produktion von Chlorchemikalien, unter anderem für Reinigungszwecke“, sagt Dr. Anno Borkowsky, Leiter der Business Unit Rhein Chemie. „Aber dann tat sich eine unerwartete Chance auf: 1886 entwickelte Carl Benz in Mannheim das erste Automobil. Kaufmann sah den Siegeszug dieser Erfindung voraus und erkannte sofort, welche Bedeutung sie für die Gummibranche haben würde.“

Also sattelte das Unternehmen um: Schon kurz nach der Jahrhundertwende begannen Kaufmann und Dubois, Faktis zu produzieren – ein Streckmittel für den wertvollen Naturkautschuk. Faktis ist auch heute noch erhältlich, wird aktuell allerdings eher auf Grund seiner formstabilisierenden Wirkung auf dünnwandige Extrudate geschätzt.

Victor Kaufmann starb 1933 im Alter von 62 Jahren, kurz nachdem er mit Gleichgesinnten die Deutsche Kautschuk-Gesellschaft (DKG) gegründet hatte. Aber das von ihm mitgeprägte Unternehmen erlebte weiterhin eine stürmische Entwicklung; die Umbenennung von „Dubois & Kaufmann“ in „Rhein Chemie GmbH“ erfolgte erst 1941.

Mitte der 1930er Jahre nimmt das Unternehmen Verarbeitungswirkstoffe für die Kautschuk-Industrie ins Programm, 1953 wird in Mannheim das erste Anwendungstechnische Laboratorium eingerichtet. Borkowsky: „Das war ein Novum in der Branche: Die hier gewonnenen Erkenntnisse wurden über detaillierte technische Berichte verbreitet und von den Kautschuk-Verarbeitern gerne angenommen. Durch diese Expertise ist Rhein Chemie bekannt geworden. Auch heute noch sehen uns unsere Kunden als erste Adresse in Sachen Gummi-Anwendungstechnik. Wir haben Erfolg, weil wir innovativ sind.“

Ihr Kautschuk-Knowhow und ihre Produkte machen das Unternehmen bald über die deutschen Landesgrenzen hinaus bekannt; 1956 ist das Unternehmen bereits in elf europäischen Ländern aktiv. Schmierstoff-Additive gehören mittweile auch zum Produktprogramm. 1971 kommen die ersten Produkte der Rhenogran-Familie auf den Markt; die in einer Polymermatrix vordispergierten Kautschuk-Additive lassen sich endlich staubfrei und besonders homogen in die Gummimischung einarbeiten. Über die kommenden Jahrzehnte entwickelt das Unternehmen diese Produktfamilie stetig weiter, derzeit über 100 Produkte, die genau auf die verschiedensten Einsatzbereiche zugeschnitten sind. Heute sind sie der Haupt-Umsatzträger des Unternehmens. Sie mindern unter anderem den Energieverbrauch bei der Herstellung von Gummimischungen und helfen, hochwertigere und damit langlebigere Gummiartikel zu fertigen.

Jüngster Neuzugang der nach wie vor wachsenden Palette innovativer polymergebundener Additive wird Rhenogran CNT sein, das die vielversprechenden Kohlenstoff-Nanotubes in bewährt einfacher Weise handhabbar macht. Die Markteinführung ist noch für 2014 geplant.

Im Kunststoff-Sektor entwickelte das Unternehmen Anfang der 1970er Jahre die ersten Hydrolyseschutzmittel für Polyurethane – Markenname Stabaxol. Auch dieses Produkt wurde seither stetig weiter optimiert. Inzwischen schützt das in flüssiger und fester Form oder als Masterbatch erhältliche Additiv eine ganze Reihe technisch wichtiger Polymere vor frühzeitiger hydrolysebedingter Alterung, neben PUR auch TPE, TPU, PET, PA und EVA. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich Stabaxol zum wichtigsten Produkt des Unternehmens für die Kunststoff-Branche entwickelt. Mit Bioadimide gibt es auch eine Produktlinie für den Hydrolyseschutz von Biopolymeren.

Die Schmierstoff-Experten des Unternehmens setzen – wie das Unternehmen insgesamt – immer wieder auf nachhaltige Produkte: Mit der Entwicklung von Komplettformulierungen von Schmierstoffadditiven auf Basis nachwachsender Rohstoffe – bereits in den 1990er Jahren. Spezielle Additive der Additin-Reihe aus dem aktuellen Produktprogramm sind besonders auf die Formulierung von Bioschmierstoffen ausgelegt. Derzeit arbeiten die Schmierstoff-Spezialisten mit Hochdruck an einem neuen Additivpaket für Hydraulikflüssigkeiten, das den neuesten Richtlinien des Europäischen Eco-Labels gerecht wird.

Seit 2004 gehört Rhein Chemie – nach mehr als drei Jahrzehnten unter dem Dach des Leverkusener Bayer-Konzerns – zum Kölner Spezialchemiekonzern Lanxess. Bereits zu Bayer-Zeiten konnte Rhein Chemie ihren Anspruch als weltweit aktiver und als ein führender Anbieter von Hochleistungs-Additiven für die Gummi-, Kunststoff- und Schmierstoff-Branche festigen. Heute verfügt das Unternehmen über Produktionsstätten und technische Kompetenzzentren in Deutschland, Belgien, China, Japan, den USA, Argentinien, Brasilien, Russland und Indien. Die Rhein Chemie-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz von 346 Milo. Euro und beschäftigt weltweit rund 1.100 Mitarbeiter, davon 470 am Hauptsitz in Mannheim.

Vor wenigen Jahren nahm das Unternehmen eine ganz neue Produktgruppe ins Portfolio, die seither ein starkes Wachstum aufweist: Bladder sind Heizmembranen aus Gummi, die den entstehenden Reifen während der Vulkanisation an die Innenwand der Form pressen. Gute Bladder führen zu besonders gleichmäßigen Reifen – die sich durch niedrigere Rollwiderstands- und Abriebwerte auszeichnen. Dank neuer, vorbeschichteter Bladder des Unternehmens kann die Reifenindustrie obendrein auf die weit verbreiteten, zusätzlichen Trennmittel im Produktionsprozess verzichten.

„Der Beitrag zur Nachhaltigkeit, der mir persönlich am meisten am Herzen liegt, ist jedoch unser Chemistry Lab ‚Kautschuk und Gummi‘, mit dem wir jungen Menschen aus der Umgebung die Möglichkeit geben, sich im Chemie-Unterricht – und bei einem Besuch in unseren Laboratorien – eingehend mit dem Werkstoff Gummi und seinen Chancen auseinander zu setzen“, so Borkowsky. Das Bildungsangebot wird zum 125-jährigen Jubiläum noch einmal erweitert. Das Projekt hat jetzt schon Erfolg: „Schüler sagen uns, dass sie dadurch erst verstanden haben, warum man mit Hochleistungs-Reifen Energie sparen kann.“

Press Release in English
You will find the English press release here.

(dw)