Starke Umsatzrückgänge verzeichnen die Reifenhersteller. Insbesondere das Inlandsgeschäft ist betroffen. Bei den Herstellern von technischen Elastomer-Erzeugnissen (TEE) leidet der Export. Insgesamt liegt das Produktionsergebnis um 6,2 % unter dem Volumen des ersten Halbjahres 2012. Gegen den Trend läuft die Beschäftigungsentwicklung in der Branche.

Das 2. Quartal 2013 verlief für die deutsche Kautschukindustrie durchaus zufriedenstellend. Die Umsätze des guten Vorjahresquartals konnten wieder erreicht werden. Die Halbjahresbilanz bleibt aber merklich hinter der des Jahres 2012 zurück. Verantwortlich ist das äußerst schwache 1. Quartal 2013, in dem sich nicht nur die gedämpfte Branchenkonjunktur vom Jahresende 2012 fortsetzte, sondern auch die winterlichen Witterungsbedingungen der Branche in weiten Teilen, beispielsweise im Bausektor, zusetzten.

Einem Umsatzrückgang von 3,0 % auf 1,78 Mrd. Euro im Exportgeschäft im ersten Halbjahr 2013 stand ein stärkeres Minus von 5,7 % auf 4,0 Mrd. Euro im Inland gegenüber. Die europäische Nachfrageschwäche belastete sowohl die Inlandsumsätze mit exportorientierten deutschen Kunden als auch das Auslandsgeschäft. Positive Impulse setzte die kräftige Nachfrage nach deutschen Elastomer-Erzeugnissen in den USA und in China.

Den stärksten Umsatzrückgang im ersten Halbjahr 2013 mussten die Reifenhersteller mit ihrem Inlandsgeschäft verkraften. Die winterliche Witterung kam für das Winterreifengeschäft zu spät und verzögerte zudem den Start der Umrüstung auf Sommerreifen. Hohe Lagerbestände beim Reifenhandel belasteten darüber hinaus die Ordertätigkeit des Reifenhandels bei der Reifenindustrie. Das Exportgeschäft mit Reifen spielte wegen der Internationalität der Konzerne eine untergeordnete Rolle. So kumulierte sich zur Jahresmitte das Umsatzminus auf 6,9 %. Der Umsatz lag damit bei 2,64 Mrd. Euro.

Die Hersteller von technischen Elastomer-Erzeugnissen (TEE) verbuchten in Summe einen Umsatzrückgang von 3,0 % auf 3,15 Mrd. Euro. Der Geschäftsverlauf wies aber grundsätzliche Unterschiede für Automobilzulieferer auf der einen und Zulieferunternehmen für andere Industriezweige und den Technischen Handel auf der anderen Seite auf. Die Automobilzulieferer konnten trotz der Nachfrageschwäche in Europa den Auslandsumsatz steigern. Sie profitierten von ihrer starken Präsenz in den USA und in China. Der an die deutsche Fahrzeugproduktion gekoppelte Inlandsumsatz gab dagegen spürbar nach.

Die Zulieferer von non-automotiven TEE haben ihre Absatzschwerpunkte in Deutschland und Westeuropa. Während das Inlandsgeschäft stabile bis positive Impulse setzte und für ein leichtes Umsatzplus von 1,9 % sorgte, ging die Auslandsnachfrage deutlich zurück.

Die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2013 drückte das Produktionsvolumen von Reifen und TEE in Deutschland. Die Reifenfertigung sank um 7,5 % und die Herstellung von TEE um 4,9 % gegenüber dem entsprechenden Zeitraum 2012. Das führte zu einer um 4,6 % reduzierten Kapazitätsauslastung, die zur Jahresmitte 2013 bei 82,9 % der betriebsüblichen Vollausnutzung lag. Allerdings erhöhte sich die Kapazitätsauslastung in den deutschen Fertigungsstandorten der Kautschuk verarbeitenden Unternehmen zuletzt wieder.

Mit dem Nachfragerückgang bei Kautschukerzeugnissen und der entsprechend angepassten Produktion traten im ersten Halbjahr 2013 kaum Versorgungsengpässe bei Synthesekautschuken und Ruß auf. Auch die Preissituation hat sich gegenüber dem Rekordhoch 2012 leicht entspannt. Dennoch beobachtet die Branche die Preisentwicklung der Feedstocks mit besonderer Aufmerksamkeit. Die Grundstoffe der Synthesekautschuke haben mit Ausnahme von Butadien das hohe Preisniveau der Jahre 2011 / 2012 nahezu unverändert beibehalten. Diese Tatsache wirkt durch die gesamte Produktionskette.

Trotz der verhaltenen Branchenkonjunktur ergab sich im ersten Halbjahr 2013 eine erfreuliche Entwicklung beim Beschäftigtenstand. Die Kautschuk verarbeitenden Unternehmen beschäftigten zur Jahresmitte 2013 in Deutschland 74.950 Mitarbeiter. Das waren 1,0 % mehr als ein Jahr zuvor. Damit setzte sich der positive Trend fort. Der Beschäftigungsaufbau fand im Wesentlichen bei den mittelständischen Herstellern von TEE statt, die ihre Anzahl an Mitarbeitern um 1,3 % auf 50.250 Beschäftigte erhöhten. Die Reifenkonzerne hielten trotz der gesunkenen Kapazitätsauslastung und Produktion die Belegschaft konstant.

Für das zweite Halbjahr setzt die Branche auf eine weitere Stabilisierung der Konjunktur im 3. Quartal und eine leichte Erholung zum Jahresende. In Summe hat die Verbandsprognose vom Mai diesen Jahres Bestand. Die Branche geht für 2013 von einer Seitwärtsbewegung der Umsätze aus.

Den Bericht des Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie zum 1. Halbjahr (PDF, 3 Seiten) einschließlich einer Tabelle mit den wirtschaftlichen Eckdaten für diesen Zeitraum finden Sie zum Ansehen oder Herunterladen weiter unten auf dieser Seite bei ‚Dokumente‘.

(dw)

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