Jeder zweite deutsche Zulieferer plant den Aufbau von Produktionsstätten in Osteuropa oder China. Dabei legen die Unternehmen besonderen Wert auf niedrige Lohn- und Produktionskosten sowie gut ausgebildete und flexible Arbeitskräfte. Das sind Ergebnisse der Studie „Automobilstandort Deutschland in Gefahr?“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young, Stuttgart, die auf einer Befragung der Geschäftsführer von 200 deutschen Zulieferbetrieben basiert.


Derzeit produziert fast jeder dritte deutsche Zulieferer auch in Osteuropa, jeder sechste in China. Knapp die Hälfte der deutschen Automobilzulieferer ist in keiner dieser Regionen mit einem eigenen Produktionsstandort vertreten und beabsichtigt auch keine Verlagerung – was zumeist mit geringer Größe und einer anderen Unternehmensstrategie begründet wird. Die aktuell vorgesehenen Produktionsverlagerungen haben vor allem Osteuropa zum Ziel.


Im weltweiten Standortvergleich schneiden China und Tschechien am besten ab, gefolgt von Ungarn und Polen. Insgesamt erhalten China und Osteuropa bei den wichtigsten Standortfaktoren hervorragende Noten von deutschen Zulieferern. Die beiden Regionen können sowohl bei den Lohnkosten, der Flexibilität und Motivation der Arbeitnehmer als auch bei der Nähe zu attraktiven Absatzmärkten punkten. Mittelfristig gehen die Unternehmen davon aus, dass in China und Osteuropa die meisten neuen Produktionsstandorte aufgebaut werden. Auch Südostasien, Südamerika und Indien werden eine wichtige Rolle spielen. In Westeuropa würden kaum neue Produktionsstätten errichtet.

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