Nach Einschätzung des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (wdk), Frankfurt/M., wird die Rohstoffpreisentwicklung nicht ohne Folgen für die Preise von Dichtprofilen für den Bausektor bleiben können. Dichtprofile für Fenster und Fassaden bestehen zu rund einem Drittel aus dem Synthesekautschuk EPDM. Dessen Vorprodukte Ethylen und Propylen erhöhten sich im Preis gegenüber dem Vorjahr um 42 bzw. 28%, was sich in einer Verteuerung von EPDM um rund 7% oder etwa 100 Euro pro Tonne niederschlug. Weitere Preissteigerungen sind zu erwarten, da Anlagenschließungen zu einer Verknappung bei EPDM führen werden.


In einer ähnlichen Situation befinden sich die Hersteller von Arbeits- und Dehnungsfugenbändern zum Abdichten von Bauwerksfugen, zum Beispiel an Eisenbahn- und Straßentunneln. Hier ist der Synthesekautschuk SBR Hauptwerkstoff, dessen Basis Styrol und Butadien sind. Deren Preise haben im Laufe des Jahres um 63 bzw. 27% angezogen, was bei SBR zu Preissteigerungen um bis zu 10% führte. Da es sich, wie bei Ethylen und Propylen, um Crack-Produkte auf Mineralölbasis handelt, muss mit weiteren Preisanhebungen gerechnet werden.


Eine anhaltend schwache Baukonjunktur mit rückläufiger Nachfrage nach Fenstern und deutlich weniger öffentlichen Großprojekten, steigende Energiekosten und im Zuge der Ölpreishausse gestiegene Preise für Ruß, dem zweiten Hauptbestandteil von Bauprofilen, belasten die Ertragslage zusätzlich.

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