Shearogramm eines Aluminium-Polystyrol-Holz-Sandwichbauteils mit drei Fehlstellen (Bildquelle: TUD/ILK)

Diese Bauteile werden beispielsweise als großflächige Hochleistungskomponenten verwendet. Kommen hier Fehlstellen vor, haben sie Einfluss auf das lokale Verformungsverhalten der Struktur. Zur messtechnischen Erkennung dieser feinen Verformungen ermöglicht die Shearografie eine flächige, berührungslose und zerstörungsfreie Prüfung von Bauteilen. Das Verfahren eignet sich vor allem für die Untersuchung dünner, faserverstärkter Verbundwerkstoffe oder Sandwichkonstruktionen. Vorteilhaft gegenüber anderen Verfahren sind dabei auch die hohe Messauflösung, die Unabhängigkeit von bestimmten Materialeigenschaften und die relative Unempfindlichkeit gegenüber Umgebungseinflüssen. Aufgrund der hohen Anforderungen an das Prüfpersonal und die komplizierte Vorbereitung wird die Shearografie jedoch oft nur bei regelmäßigen, identischen Prüfabläufen eingesetzt. Ein weiterer Grund dafür sind die aufwändige Aufbereitung der Messdaten und die Ergebnisinterpretation, die spezielles Fachwissen voraussetzt. Diesen Nachteil wollen die Forscher mit der Automatisierung des Mess- und Auswertevorgangs ausgleichen und den Einsatzbereich erweitern. Um den Prüfvorgang zu verkürzen und eine bedienerunabhängige Fehlerdetektion zu ermöglichen, werden sowohl das Messprozedere als auch die Auswertung der Ergebnisbilder automatisiert. Die neuen Potenziale werden systematisch für verschiedene Fehlermerkmale und FKV evaluiert und quantifiziert. Damit können Aussagen über die generelle Erkennbarkeit von Fehlstellen sowie Handlungsanweisungen zum zielgerichteten Vorgehen bei Messaufgaben abgeleitet werden.