Für 2020 erwarten Verband und Unternehmen eine Seitwärtsentwicklung bei den Umsätzen mit Tendenz zur Roten Null. Auch das Investitionsvolumen dürfte 2020 im Vergleich zum Vorjahr merklich sinken.

Parallel zu den Umsätzen gaben 2019 auch Beschäftigung und Produktion in der Branche nach. Insbesondere temporäre Beschäftigungsverhältnisse wurden aufgekündigt. Viele Unternehmen haben von der Möglichkeit, auf Kurzarbeit umzustellen, bereits Gebrauch machen müssen oder dies angemeldet. Mit der sinkenden inländischen Produktion erreichte auch die Kapazitätsauslastung an den Fertigungsstandorten den niedrigsten Wert seit Jahren.

Sinkender Absatz für Reifen und technische Produkte

Runderneuerer profitieren von einer überdurchschnittlichen Qualität der vorvulkanisierten Laufstreifen bei Verwendung der Beschichtung.
Bildquelle: CollinsChin/istock.com

Unter anderem beim Absatz von Reifen erwarten Unternehmen im Jahr 2020 einen Rückgang.
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Die globale Schwäche der Industrie hat 2019 den Absatz sowohl von Reifen als auch von technischen Produkten in der Erstausrüstung beeinträchtigt. Das galt im Jahresverlauf zunächst nur für automobile Zulieferteile, erfasste in der zweiten Jahreshälfte aber das Gros der Produkte der deutschen Kautschukindustrie.

Die Reifenlieferungen für das Ersatzgeschäft konnten ebenfalls nicht an das Vorjahresvolumen anknüpfen. Große Marktplayer im Handel haben ihr Einkaufsvolumen reduziert und stattdessen den Markt aus Lagerbeständen bedient. Zudem hat der überaus milde Winter das Winterreifengeschäft deutlich reduziert.

Negativ wirkt zum Jahresbeginn 2020 zusätzlich zur Nachfrageschwäche – insbesondere in China – die wachsende Bedrohung für die Wertschöpfung durch den sich ausbreitenden Coronavirus. Schwierigkeiten in den Lieferketten werden wahrsche

inlicher, auch wenn der Einfluss auf die Rohstoffversorgung der Branche aktuell noch als überschaubar beschrieben wird. Die Analyse der Absatzentwicklung ist jedoch eine andere: Ein Viertel der deutschen Hersteller technischer Produkte erwartet einen starken Einfluss auf ihr Geschäft (und weitere 50 Prozent sehen zumindest eine spürbare temporäre Beeinträchtigung.

Stagnation in diversen Branchen

Für 2020 rechnet der WDK mit einer inländischen Fahrzeugproduktion auf dem niedrigen Niveau des Jahres 2019. Eine Stagnation der Geschäftsentwicklung erwarten auch weite Teile der Abnehmerschaft von Kautschukprodukten aus dem Verarbeitenden Gewerbe. Der Reifenersatzmarkt gibt keinen Hinweis auf eine markante Veränderung des seit Jahren seitwärts verlaufenden Trends. Die Umsatzentwicklung der deutschen Kautschukindustrie ergibt sich zwangsläufig: Null-Wachstum.

Die größten Herausforderungen sehen die Unternehmen der deutschen Kautschukindustrie für das Jahr 2020 sowie die Folgejahre vor allem in der Marktentwicklung, der Gesetzgebung sowie den nationalen Standortbedingungen. (jhn)