Heißkanalsystem vor der Reinigung
(Bild: Schwing Technologies)

Heißkanalsystem nach der Reinigung
(Bild: Schwing Technologies)

Wie Schwing vor allem überspritzte Heißkanäle reinigt, zeigt das Beispiel verschmutzter Heißkanäle der Formex Plastik. Das Unternehmen mit Sitz im niederrheinischen Kevelaer fertigt wiederverwendbare Kunststoffteile. Dazu zählen Klapp- und Faltboxen, Ladungsträger, Gehäuse, Besen oder viele andere Teile die mittels Kunststoffspritzguss hergestellt werden. Mit einer großen Bandbreite an Maschinen stellt Formex Mikropräzisionsteile von 0,0005 kg Gewicht ebenso her wie Kunststoff-Transportpaletten von 6 kg. „Unsere Spritzgussmaschinen verarbeiten täglich mehrere Tonnen technische Kunststoffe, Polyolefine sowie deren Rezyklate“, erläutert Torsten Kersting, Leiter Werkzeugbau und Konstruktion bei Formex. Rund 50 Heißkanäle und -verteiler sind dafür im Einsatz. Da kommt es vor, dass diese durch Materialermüdung und gebrochene Bauteile überspritzen. Sie müssen schnellstmöglich gereinigt und von Polypropylen befreit werden, um zügig in den Produktionsprozess zurückgeführt werden zu können.

Schnelle Wiederverfügbarkeit

Rund drei bis vier Mal im Jahr lässt Formex diese Heißkanalkomponenten durch Schwing thermisch reinigen. „Meist ungeplant als Eilauftrag und immer dann, wenn Heißkanäle überspritzen“, so Kersting. In zerlegtem Zustand lässt das Unternehmen diese durch den Schwing-Logistikservice ins circa 30 min Fahrzeit entfernte Neukirchen-Vluyn transportieren. Hier stehen mehrere große Pyrolyse-Anlagen, sogenannte Maxiclean-Systeme, für die Kunststoffentfernung zur Verfügung. Nach vier bis acht Stunden und innerhalb eines Arbeitsgangs sind die Heißkanalkomponenten innen und außen wieder rückstandslos sauber. Für eine kurze Reinigungszeit sorgt die automatische Prozesskontrolle. Der umweltfreundliche Reinigungsprozess erfolgt in einer extern gasbeheizten Reinigungskammer mit spezieller Heißluftführung. Sie gewährleistet, dass sich die Temperatur optimal verteilt. Anorganische Reststoffe werden in einer abgestimmten Nachbehandlung entfernt. Entstehende Schwelgase oberhalb von 800 °C werden vollständig verbrannt und über einen Kamin abgeleitet.