Der FDWF ist nun 100. Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AIF). (Bild: FDWF)

Der FDWF ist nun 100. Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AIF). (Bild: FDWF)

Der Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer hatte die Forschungsgemeinschaft FWDF im Frühjahr 2021 mit 25 Mitgliedern ins Leben gerufen. Darunter 21 KMU, der VDWF selbst, das Kunststoff-Institut Lüdenscheid und die Hochschule Schmalkalden. Mit der FDWF will man insbesondere den Werkzeug- und Formenbau hierzulande weiter stärken. Auch in Sachen Wettbewerbsfähigkeit. Das betont auch Prof. Dr. Thomas Seul, VDWF-Präsident und Vorstandsvorsitzender der FDWF sowie FDWF-Vorstand für den Bereich für den Bereich Verbände, Wissenschaft und Transfer, der zugleich das Ziel des Vorhabens definiert: „Unser Ziel ist es vor allem, die wissenschaftliche Seite und den Transfer zu stärken und dadurch unsere gesamte Branche weiter nach vorn zu bringen bzw. die international führende Position unserer Werkzeugmacher zu stützen.“

 

 

Virtuelle FDWF-Gründungsversammlung

Die FDWF-Gründungsversammlung in virtuellem Raum (Bild: FDWF)

KMU im Fokus der Forschungsarbeiten

In den Fokus der Gemeinschaft rücken dabei vor allem kleine und mittelständische Unternehmen. „Mehr als zwei Drittel der in Deutschland ansässigen Unternehmen sind klein und mittelständisch und damit normalerweise ohne eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung“, sagt Mario Kiefer, Geschäftsführer Kiefer und FDWF-Vorstand für den Bereich Stanz-, Biege- und Umformwerkzeugbau. Die wirtschaftliche Lage der Branche wird aufgrund des zunehmenden Preisdrucks durch ausländische Mitbewerber – oftmals Großunternehmen – immer prekärer. „Der Werkzeug- und Formenbau kann nur weiterhin Innovationsträger sein, wenn er eine starke Stimme bekommt“, sagt Anna Tschacha, Geschäftsführerin Deckerform und FDWF-Vorstand für den Bereich Spritzgussformenbau. „Mit der Gründung der FDWF und unserer Mitgliedschaft bei der AIF möchten wir vorwettbewerbliche Forschung vorantreiben, die unserer Branche dient und vor allem die kleinen und mittelständisch geprägten Unternehmen stärkt.“

Mit welchen Maßnahmen will man das erreichen?

Die FDWF soll dies zum einen durch die Initiierung wissenschaftlicher Forschungsvorhaben, die Förderung industrieller Gemeinschaftsforschung und die Bewilligung von Zuschüssen zur Lösung wissenschaftlicher und technischer Aufgaben umsetzen. Zum andern soll sie den Transfer der Forschungsfortschritte und praktischen Erfahrungen in die Unternehmen der Branche durch Fachtagungen, Seminare, Vorträge und Ausstellungen sicherstellen.

Innovationsbeirat als Kontroll- und Entscheidungsorgan für die Forschung

Damit gewährleistet ist, dass Forschungsvorhaben nach den Bedürfnissen der Unternehmen der Branche auf wissenschaftlichem Niveau geplant, überwacht und ausgewertet werden können, verfügt die Forschungsgemeinschaft über einen Innovationsbeirat. Dieser entscheidet über Forschungsprojekte und setzt sich vor allem aus den Gründungsmitgliedern der FDWF und den Arbeitskreisleitern des VDWF zusammen. Als zweites Gremium mit beratender Aufgabe fungiert das Wissenschafts-Kuratorium, das sich neben dem Vorstand und dem Geschäftsführer aus den wissenschaftlichen Mitgliedern des FDWF zusammensetzt. Erste geplante Projekte setzen den Schwerpunkt auf digital vernetzte Strukturen kollaborativer Wertschöpfungsketten im industriellen Werkzeugbau, auf die Erforschung neuer Technologien in der Fertigung von Produktionswerkzeugen und auf die nachhaltige Ressourcennutzung in der industriellen Produktion.

Die Ziele der AIF

Die AIF ist ein industriegetragener Dachverband von 100 gemeinnützigen Forschungsvereinigungen. Sie hat mit mehr als 50.000 eingebundenen Unternehmen und rund 1.200 beteiligten wissenschaftlichen Einrichtungen das Ziel, Forschung für den Mittelstand zu initiieren, Fachkräfte auf innovativen Gebieten zu qualifizieren und den Austausch über die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung zu organisieren. Die vorwettbewerbliche Gemeinschaftsforschung wird im Netzwerk der AIF organisiert und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit öffentlichen Mitteln gefördert. Von den bisher über 238.000 betreuten Forschungsprojekten sind die Entwicklung der Spanplatte oder der Funkuhr prominente Beispiele.