Übernahme durch die schwedische Prototal-Gruppe: (v.l.): Jan Löfving, CEO Prototal Industries, Wolfgang Humml und Hannes Hämmerle, Geschäftsführer 1zu1 sowie Ronnie Petersson, Director Sales & Marketing Prototal Industries. (Bild: Udo Mittelberger)

Übernahme durch die schwedische Prototal-Gruppe: (v.l.): Jan Löfving, CEO Prototal Industries, Wolfgang Humml und Hannes Hämmerle, Geschäftsführer 1zu1 sowie Ronnie Petersson, Director Sales & Marketing Prototal Industries. (Bild: Udo Mittelberger)

Die Ankündigung der Übernahme durch die Prototal-Gruppe gaben die beiden Inhaber und Geschäftsführer Wolfgang Humml und Hannes Hämmerle während einer Betriebsversammlung bekannt. Die Übernahme wird voraussichtlich am 1. Februar 2022. Prototal wird 1zu1 eigenständig weiterführen und laufend erweitern. „Für das Unternehmen und unsere Mitarbeiter ist das eine Riesenchance, für uns eine perfekte Nachfolgeregelung“, erklären Humml und Hämmerle. Sie bleiben bis zu ihrem Ruhestand Geschäftsführer. (Erst kürzlich hatte das Unternehmen die Betriebserweiterung mit zusätzlichen 2.500 m² in Dornbirn abgeschlossen und dafür gut 5 Mio. Euro investiert, hier mehr dazu).

Vor 25 Jahren hatten Wolfgang Humml und Hannes Hämmerle ihr gemeinsames Unternehmen in einem Rohbau gegründet. In Dornbirn sind inzwischen rund 160 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen gehört zu den führenden Anbietern von 3D-Druck, Rapid Tooling und Additive Manufacturing mit Kunststoffen im deutschsprachigen Raum.

 

Firmenzentrale von 1zu1 Prototypen in Dornbirn (Bild: 1zu1, Adolf Bereuter)

Firmenzentrale von 1zu1 Prototypen in Dornbirn (Bild: 1zu1, Adolf Bereuter)

Wer steckt hinter der Prototal-Gruppe?

Prototal Industries ist laut eigenen Angaben größter Anbieter von 3D-Druck, Vakuumguss, Aluminiumwerkzeugen und Spritzguss in Nordeuropa. Zur Gruppe gehören acht Unternehmen in Schweden, Norwegen, England, Dänemark und Italien mit insgesamt rund 200 Beschäftigten. Sie zählen, ähnlich wie die Dornbirner, in ihren Märkten jeweils zu den Technologieführern. Haupteigentümer ist die Investmentgesellschaft Nalka AB, hinter der die Finanzkraft von Ikea steht.

„Unsere Vision ist es, in Europa Marktführer bei Additive Manufacturing mit Kunststoffen für die Serienproduktion zu werden“, schildert Jan Löfving, CEO von Prototal Industries. „1zu1 ist eine perfekte Ergänzung für uns. Damit kommen wir diesem Ziel einen großen Schritt näher.“

Ronnie Petersson, Sales & Marketing Director von Prototal Industries, sieht „großes Potenzial für die weitere Expansion von 1zu1“: „Das Unternehmen zählt schon jetzt zu den führenden Anbietern von Additive Manufacturing mit Kunststoffen im deutschsprachigen Raum. Darauf können wir aufbauen.“  1zu1 werde eigenständig bleiben, sämtliche Arbeitsplätze bleiben erhalten, betont Petersson: „Wir arbeiten als Gruppe eigenständiger Unternehmen, lernen untereinander von Best-Practice-Beispielen und nützen die Synergien.“

Standort ist langfristig gesichert und soll ausgebaut werden

Hämmerle sieht in der Übernahme „eine perfekte Nachfolgelösung. Sie sichert das Unternehmen langfristig und eröffnet große neue Chancen.“ Er und sein Partner Humml bleiben Geschäftsführer. „Wir begleiten unser 1zu1-Team auch in den nächsten Jahren“, so Humml. Die Arbeitsplätze bleiben nicht nur erhalten, Prototal plant eine Erweiterung und einen Ausbau des Standorts. Mit Hämmerle und Humml als Eigentümer der Liegenschaften haben die schwedischen Käufer bereits langfristige Mietverträge geschlossen. Auch die bestehenden Mietverträge in Rhombergs Fabrik bleiben bestehen und sind langfristig fixiert. „Das ist ein klares Bekenntnis zu einem dauerhaften Investment am Standort“, sagt Humml.