Dank seiner strategischen Aufstellung und der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung hat Lanxess, Leverkusen, im Geschäftsjahr 2010 ein hervorragendes Ergebnis erzielt. Der Umsatz stieg, vor allem aufgrund eines signifikanten Preis-Mengen-Effekts, gegenüber dem Vorjahr um 41 % auf 7,1 Mrd. Euro.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen verdoppelte sich nahezu auf 918 Mio. Euro. Zuletzt hatte der Konzern hier einen Wert von rund 900 Mio. Euro prognostiziert. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen betrug 12,9 % nach 9,2 % im Vorjahr. Das Konzernergebnis 2010 hat sich mit 379 Mio. Euro nahezu verzehnfacht.

Im vierten Quartal 2010 hat der Konzern Umsatz und Ergebnisse im Vergleich zu dem sehr starken Vorjahresquartal nochmals verbessert. So stieg der Umsatz um 32 % auf 1,8 Mrd. Euro. Alle drei Segmente profitierten dabei von höheren Absatzvolumina sowie Preis- und Währungseffekten. Die in Deutschland mittlerweile vorgeschriebene Nutzung von Winter- oder Ganzjahresreifen in den Wintermonaten hatte zusätzlichen positiven Einfluss auf das Geschäft mit synthetischen Kautschukprodukten des Segments Performance Polymers.

Das Konzern-EBITDA vor Sondereinflüssen wuchs im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 19 % auf 172 Mio. Euro. Den stärksten Anstieg des EBITDA vor Sondereinflüssen verzeichnete dabei das Segment Advanced Intermediates, das insbesondere von der Nachfrageerholung im Bereich der Agrochemikalien profitierte. Geplante Wartungsstillstände in Synthesekautschuk-Produktionsanlagen sowie eine einmalige Sonderzahlung an die Mitarbeiter führten zu einem leichten Rückgang der Konzern-EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen im Berichtsquartal auf 9,4 %. Das Konzernergebnis verbesserte sich im vierten Quartal im Vorjahresvergleich deutlich um 86 % auf 26 Mio. Euro.

Performance Polymers war 2010 mit einer Steigerung um 58 % auf 3,8 Mrd. Euro das umsatzstärkste Segment. Ausschlaggebend für dieses außerordentliche Wachstum waren deutliche Mengen- und Preissteigerungen. Die Business Units Butyl Rubber und Performance Butadiene Rubbers profitierten von der Nachfrageerholung bei Ersatzreifen und im Erstausrüstergeschäft mit Reifen. In den Business Units Technical Rubber Products und Semi-Crystalline Products führten die gestiegene Nachfrage sowie verstärkte Marketingaktivitäten im Geschäftsjahr zu einer deutlichen Ausweitung der Absatzmengen.

Die Auszahlungen für Investitionen stiegen im Jahresvergleich um 82 % auf 501 Mio. Euro. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung wurden um 15 % auf 116 Mio. Euro erhöht. Für das Jahr 2011 sind Investitionen in der Größenordnung von 550 bis 600 Mio. Euro vorgesehen, von denen ein großer Anteil in den Bau der neuen Butylkautschuk-Anlage in Singapur fließen wird.

Die Zahl der weltweit beschäftigten Mitarbeiter wuchs im vergangenen Jahr um 310 auf insgesamt 14.648, wobei die Mehrheit der neuen Beschäftigten in der Region Asien/Pazifik eingestellt wurde.

Entwicklung nach Regionen

In der Region Lateinamerika erzielte Lanxess im Geschäftsjahr 2010 mit einem Umsatzplus von 85 % auf 955 Mio. Euro das stärkste Wachstum. Der Anteil der Region am Konzernumsatz erhöhte sich auf 13 %. Wichtigster Wachstumstreiber war das Segment Performance Polymers in Brasilien.

Der Umsatz in der Region Asien/Pazifik wuchs um 43 % auf 1,6 Mrd. Euro, der Anteil am Konzernumsatz damit auf 23 %. Das höchste Wachstum verzeichnete das Segment Advanced Intermediates. Hier profitierte die Business Unit Basic Chemicals zudem von den im Jahr 2009 erworbenen Geschäftsaktivitäten in Indien und China.

Den höchsten regionalen Umsatz gab es mit 2,0 Mrd. Euro (+31 %) in der Region EMEA (Europa ohne Deutschland, Mittlerer Osten, Afrika), was einem Plus von entspricht. Ihr Anteil am Konzernumsatz betrug damit 29 %. Wachstumstreiber war vor allem das Segment Performance Polymers. Russland, die Türkei und Südafrika waren die Länder mit den prozentual deutlichsten Umsatzsteigerungen.

Der Umsatz in den vier Bric-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) stieg gegenüber dem Vorjahr um 60 % auf 1,6 Mrd. Euro. Das waren 23 % des Konzernumsatzes, nach 20 % im Jahr zuvor.

Die Region Nordamerika erreichte mit 1,2 Mrd. Euro (+50 %) einen Anteil von 16 % am Konzernumsatz. Um mehr als 50 % verbesserte dabei das Segment Performance Polymers seine Umsätze.

In Deutschland erwirtschaftete der Leverkusener Chemiekonzern einen um 24 % auf 1,3 Mrd. Euro verbesserten Umsatz. Dies entspricht 19 % des Konzernumsatzes. Zweistellige Wachstumsraten zeigten dabei die Segmente Performance Polymers und Performance Chemicals.

Ausblick

Die geschäftliche Entwicklung im Jahr 2011 wird von der Konzernleitung zuversichtlich beurteilt. Umsatz und EBITDA vor Sondereinflüssen sollen im Vergleich zum Vorjahr höher ausfallen. Das Unternehmen erwartet, dass Weltwirtschaft und Chemieindustrie weiter wachsen werden, allerdings mit geringerem Tempo als 2010. Die stärksten Wachstumsraten dürften dabei die aufstrebenden Märkte in Asien/Pazifik und Lateinamerika aufweisen. Unverändert stellen geopolitische Unruhen und die hohe Staatsverschuldung vieler Länder ein Risiko dar.