Recycling Deutsche Kautschukindustrie fordert stärkere Unterstützung für Reifenrecycling

Von Stefan Lenz 1 min Lesedauer

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Die deutsche Kautschukindustrie sieht großes ungenutztes Potenzial im Reifenrecycling. Der Wirtschaftsverband WDK fordert klare Grenzwerte, einheitliche Bewertungsmaßstäbe und eine vollständige Erfassung aller Altreifen.

Noch immer würden relevante Mengen an Altreifen außerhalb Deutschlands oder Europas verwertet – und damit der deutschen Recyclingwirtschaft entzogen. „Diese Mengen fehlen uns als wertvolle Sekundärrohstoffe“, erklärt Stephan Rau, Technischer Geschäftsführer des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie (WDK).(Bild:  WDK)
Noch immer würden relevante Mengen an Altreifen außerhalb Deutschlands oder Europas verwertet – und damit der deutschen Recyclingwirtschaft entzogen. „Diese Mengen fehlen uns als wertvolle Sekundärrohstoffe“, erklärt Stephan Rau, Technischer Geschäftsführer des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie (WDK).
(Bild: WDK)

Die deutsche Kautschukindustrie spricht sich deutlich für eine Stärkung des Reifenrecyclings aus. „Obwohl die Kreislaufwirtschaft in diesem Bereich eine Erfolgsgeschichte ist, liegt noch viel Potenzial brach, das gehoben werden muss“, erklärt Stephan Rau, Technischer Geschäftsführer des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie (WDK), in Frankfurt am Main.

Allein im vergangenen Jahr fielen in Deutschland 533.000 t Altreifen an. Davon wurden fast 70 % über Weiterverwendung, Runderneuerung und stoffliche Verwertung im Kreislauf gehalten. Besonders bedeutend ist die stoffliche Nutzung: Mit nahezu 200.000 t entstehen Granulate und Gummimehl, die als wichtige Sekundärrohstoffe in einer Vielzahl nachhaltiger Produkte zum Einsatz kommen.

Klare Grenzwerte und verbindliche Bewertungsmaßstäbe gefordert

Aus Sicht des WDK könnte der Markterfolg dieser Recyclingprodukte noch weiter steigen – vorausgesetzt, die richtige Bewertungsgrundlage wird angewendet. „Wir brauchen einen Risikoansatz bei der Bewertung der chemischen Inhaltsstoffe dieser Produkte“, so Rau. Denn entscheidend sei nicht die reine Anwesenheit eines Stoffes, sondern dessen Bioverfügbarkeit. Dies bestätigt nun auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Wir brauchen einen Risikoansatz bei der Bewertung der chemischen Inhaltsstoffe dieser Produkte.

Der Verband fordert deshalb verbindliche Grenzwerte, die konsequent über Migrationsanalysen bewertet werden müssen. Nur so lasse sich die Akzeptanz und der Einsatz von Reifenrecyclingmaterialien nachhaltig steigern.

Volles Monitoring der Stoffströme gefordert

Darüber hinaus macht der WDK auf Lücken im Stoffstrom aufmerksam. Noch immer würden relevante Mengen an Altreifen außerhalb Deutschlands oder Europas verwertet – und damit der deutschen Recyclingwirtschaft entzogen. „Diese Mengen fehlen uns als wertvolle Sekundärrohstoffe“, erklärt Rau. Eine vollständige Erfassung aller Altreifen sei daher dringend notwendig.

Die Branche selbst steht klar hinter dem Thema: Der wdk ist Schirmherr der Allianz Zukunft Reifen (AZuR), dem größten europäischen Netzwerk für nachhaltige Reifen-Kreislaufwirtschaft. Fast 100 Partner aus Industrie, Handel und Wissenschaft arbeiten darin gemeinsam an Lösungen für ein geschlossenes Reifenrecycling.

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