Interview „Wandel gestalten“

Aktualisiert am 13.05.2025 Das Gespräch führte Simone Fischer 4 min Lesedauer

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Die Jahrestagung der Deutschen Kautschuk-Gesellschaft (DKG) nahm die KGK zum Anlass, um mit Prof. Herbert Baaser über sein erstes Jahr im Amt als Geschäftsführer der DKG zu sprechen und nach vorne, aufs Jubiläumsjahr 2026 zu blicken.

Prof. Herbert Baaser, Geschäftsführer der Deutschen Kautschuk-Gesellschaft.(Bild:  Redaktion)
Prof. Herbert Baaser, Geschäftsführer der Deutschen Kautschuk-Gesellschaft.
(Bild: Redaktion)

Sie sind nun schon ein Jahr Geschäftsführer bei der DKG. Herr Baaser, bei unserem ersten Gespräch sagten Sie, dass Sie verschieden Themen im Köcher mit ins Amt gebracht haben. Welches waren die wichtigsten Themen und welche konnten Sie bereits umsetzen?

Prof. Herbert Baaser: Danke der Nachfrage. Sie ahnen es: Wir haben in und um die Geschäftsstelle wirklich viele Steine umgedreht, vieles hinterfragt. Dabei gab es immer wieder Überraschungen. Aber alles soll in den DKG-Rahmen passen: Was ist und hat sich bewährt und was müssen wir neu strukturieren? Gleich hier ein großes Dankeschön an Ulrike Weber, die „gute Seele“ in der Geschäftsstelle, ohne die wir kaum so weit gekommen wären!Ab Sommer 2024 habe ich zunächst eine Planung und Einladung an alle Gremien ausgesprochen: Inzwischen hat sich jedes Gremium mindestens einmal getroffen. Man darf und soll bestimmt nicht alles auf „Corona“ schieben, aber sicher ist, dass sich unser Arbeitsleben und unsere Zusammenarbeit dadurch wesentlich verändert haben. Auch solche Prozesse haben Auswirkungen – gute wie schlechte – auf die Vereinsarbeit, die ja im Kern ehrenamtlich geprägt ist. So ist mir auch gegenüber und für die Regionalgruppen eine klare Struktur für die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen vor Ort wichtig, ebenso dass wir von der Geschäftsstelle auch bei den jeweiligen Regionaltagungen präsent sind. Gleichzeitig sind wir schon am Vordenken und Planen für unser Jubiläum 2026.Viel Energie – weil zeitaufwändig – hat mich auch die Suche und Einstellung einer Referentin für Social Media und für’s Veranstaltungsmanagement gekostet. Ich freue mich auf die Unterstützung von Nadja Schuppli-Herter seit Anfang Mai, sozusagen pünktlich zur Jahrestagung in Würzburg.Fast nebenbei laufen der Austausch und die persönlichen Kontakte zu den anderen Industrieverbänden wie VDMA, VDI, GDCh.Zuletzt sind mir die Kontakte zum WDK, sowohl zu den Kolleginnen und Kollegen im Haus der Kautschukindustrie in der Zeppelinallee selbst, als auch über die Geschäftsführung zum Präsidium hin sehr wichtig. Auch hier erfahre ich immer wieder Unterstützung und eine gute Zusammenarbeit.

Wie setzt sich die DKG unter Ihrer Federführung für die Nachwuchsarbeit ein?

Baaser: Die DKG fördert weiterhin die „Gummi-Ausbildung“ an drei Technischen Hochschulen – Würzburg, Köln und Bingen – mit nochmals erhöhtem Budget. Daraus werden kleinere Forschungsarbeiten meist im Rahmen von Abschlussarbeiten, Anschaffungen von Kleingeräten bis hin zu Besuchen unserer Tagungen und Veranstaltungen finanziert.Gleichzeitig haben wir – aus meiner Sicht – mit dem neuen DKG-Vorstand nicht nur einen guten Start hingelegt, sondern auch entschieden, die DKG-Forschungsförderung nochmals auszuweiten – bis hin zu einer Promotionsstelle aus Eigenmitteln. Die komplette Finanzierung dieser Promotionsstelle über drei Jahre ist bereits vorbereitet. Hier bin ich dem Forschungsbeirat, der vom Vorstand mit dieser Aufgabe betraut wurde, sehr dankbar für die konstruktive Vorarbeit, für die Themenauswahl und die Begleitung dieses Prozesses

Das Treffen der jungen Kolleginnen und Kollegen fand im Sitzungssaal im Haus der Kautschuktechnik in Frankfurt statt.
(Bild: DKG)

Als inhaltlich wichtig erachte ich das erste Treffen der jungen Kolleginnen und Kollegen „U 40“. Ich bin sehr glücklich und auch überrascht von der tollen Resonanz: Über 30 junge Kolleginnen und Kollegen haben sich zu einem ersten Austausch im Januar in Frankfurt getroffen: auch hier Kennenlernen der Strukturen und Mitwirkungsmöglichkeiten innerhalb der DKG. Statistisch hat hier wahrscheinlich die oder der übernächste Vorsitzende mit am Tisch gesessen. Schön ist auch, dass daraus schon ein erster Impuls für die Ausweitung der Social-Media-Arbeit der DKG gesetzt wurde. Diskutierte Ideen waren ebenfalls, ob wir als „Gummiindustrie“ unsere Blase verlassen müssen. Überlegt wurde, ob neben den bekannten Aktionen wie Schulbesuche, Kontakte zu Oberstufenkursen auch junge, technikbegeisterte Menschen in den Teams der Formula-Student-Rennen getroffen und für die Gummiindustrie begeistert werden könnten.

Die Jahrestagung 2025 steht unter dem Motto „Wandel gestalten“. Ist dies lediglich das Motto der Tagung oder steht es für den Weg zum 100-jährigen Jubiläum der DKG im Herbst 2026?

Baaser: Die Idee zu diesem Titel kam direkt aus unserer Vorstandsklausur im Januar, als ich dort meine Planungen vorgestellt habe. Finde ich klasse und sehr passend, weil es für mich die einzig mögliche Antwort ist auf die aktuelle Lage und den „Weltschmerz“, den ich nicht nur bei mir verspüre.Wir haben die grundlegende Struktur und den gewohnten Ablauf unserer Jahrestagungen mit Fachvorträgen, Netzwerk beibehalten. Integriert haben wir erstmals am ersten Tag einen „Marktplatz“, mit dem wir den „Status Quo“ sprich „Wo steht die DKT?“ erfassen möchten. Der „Markt der Möglichkeiten“ wird daraus am zweiten Tag. Dieser dient als Ausblick „Wo wollen & können wir gemeinsam hin?“ Dieser bildet sozusagen den offiziellen Startschuss für das kommenden, gemeinsame Jahr mit Blick auf die Jubiläumfeier. 
Der Termin für die Feierlichkeiten steht bereits fest: 24. und 25. September 2026, dem genauen Gründungsdatum der DKG im Jahr 1926.

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