Continental Erhöhter Einsatz von recyceltem PET

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Nachhaltige Reifenproduktion Continental erhöht unter anderem mit recyceltem PET-basierten Polyestergarnen den Anteil nachhaltiger Materialien in der Reifenproduktion. Bis 2030 sollen mindestens 40% der eingesetzten Rohstoffe erneuerbar oder recycelt sein.

Bei der Contire.Tex-Technologie von Continental wird Polyestergarn verwendet, das ohne chemische Zwischenschritte aus gebrauchten PET-Flaschen gewonnen und nicht auf andere Weise recycelt wird.(Bild:  Continental)
Bei der Contire.Tex-Technologie von Continental wird Polyestergarn verwendet, das ohne chemische Zwischenschritte aus gebrauchten PET-Flaschen gewonnen und nicht auf andere Weise recycelt wird.
(Bild: Continental)

Mit dem Einsatz erneuerbarer und recycelter Materialien in der Reifenproduktion setzt der Reifenhersteller mit Nachdruck auf die Prinzipien des zirkulären Wirtschaftens – und motiviert auch seine Lieferanten dazu, immer nachhaltigere Materialien zu entwickeln und bereitzustellen, die für die Herstellung von Reifen eingesetzt werden können. Während der Anteil an erneuerbaren und recycelten Materialien in der Reifenproduktion bei Continental im Jahr 2024 bei durchschnittlich 26 % lag, ist das Ziel des Unternehmens, diesen Wert innerhalb der nächsten fünf Jahre auf mindestens 40 % zu steigern.

Recycelter PET: Innovative Alternativen

Ein Hauptaugenmerk liegt auf der Identifizierung und Einführung nachhaltiger Alternativen für Rohstoffe, die zur Verstärkung von Reifen eingesetzt werden: also für Materialien, die die Dimensionsstabilität und Leistung über die gesamte Lebensdauer des Reifens gewährleisten. Diese bestehen vor allem aus Stahl und Textilien, die etwa 18% der in Pkw-Reifen verwendeten Materialien ausmachen. Bei Nutzfahrzeug- oder Spezialreifen kann dieser Anteil noch höher sein. Continental steigert den Einsatz von nachhaltigeren Materialien konsequent. Dazu zählen recycelter Stahl und Polyestergarne aus wiederaufbereiteten PET-Flaschen. Nachhaltigere Herstellungsmethoden, wie sie in der Cokoon-Hafttechnologie Anwendung finden, werden auch in der Reifenproduktion eingeführt. Darüber hinaus setzt das Unternehmen über alle Rohstoffgruppen hinweg auf innovative Alternativen: So kommen beispielsweise Synthesekautschuk aus gebrauchtem Speiseöl, Harze aus biobasierten Abfallstoffen und Silica aus der Asche von Reishüllen zum Einsatz.

Dr. Matthias Haufe, Leiter Materialentwicklung und Industrialisierung des Reifenbereichs von Continental.(Bild:  Continental)
Dr. Matthias Haufe, Leiter Materialentwicklung und Industrialisierung des Reifenbereichs von Continental.
(Bild: Continental)

„Wir erfinden nicht das Rad neu – den Reifen aber schon: mit nachhaltigeren Materialien und umweltgerechteren Produktionsprozessen“, sagt Dr. Matthias Haufe, Leiter Materialentwicklung und Industrialisierung des Reifenbereichs von Continental. „Entscheidend ist nicht nur das Gummi. Wir konzentrieren uns auch auf jene Materialien, die Gummi Form geben und Reifen stabil und sicher machen. Recycelter Stahl und Polyestergarn aus aufbereiteten PET-Flaschen sind wichtig für eine nachhaltigere Reifenproduktion. Unser Ziel ist es, in fünf Jahren mindestens 40 Prozent erneuerbare und recycelte Materialien in unseren Reifen einzusetzen. Mit jeder Materialalternative kommen wir diesem Ziel einen wichtigen Schritt näher.“

Recycling zur Verstärkung

Stahl und Polyester sind für Leistung und Sicherheit eines Reifens unerlässlich. Stahl ist in vielen Reifenkomponenten zu finden. Bei Nutzfahrzeug- oder Spezialreifen beispielsweise wird die Karkasse mit hochfesten Stahlseilen verstärkt, die für außergewöhnliche Haltbarkeit, hohe Tragfähigkeit und Runderneuerbarkeit sorgen. Stahl wird auch in Form von Verstärkungsdrähten verwendet, die in den Wulstkern von Pkw-, Nutzfahrzeug- und Spezialreifen eingebettet sind. Diese Drähte verlaufen entlang der umlaufenden Ränder des Gummiwulstes und halten den Reifen sicher auf der Felge. Schließlich finden sich Stahlseile auch in den Gürtellagen von Pkw-, Nutzfahrzeug- und Spezialreifen. Diese Seile verbessern den Beaufschlagungswiderstand, die Laufflächenstabilität und den Fahrkomfort. Zudem verringern sie die Geräuschentwicklung und tragen zur Steigerung der Kraftstoffeffizienz von Verbrennungsfahrzeugen sowie zur Verlängerung der Reichweite von Elektrofahrzeugen bei. Continental steigert den Anteil von recyceltem Stahl in ihrem Portfolio – ohne Abstriche bei der Sicherheit oder Leistung.

Verstärkung von Pkw-Reifenkarkassen

Auch beim Textilmaterial Polyester setzt Continental auf Nachhaltigkeit. Polyestergarn aus recycelten PET-Flaschen wird zur Verstärkung von Pkw-Reifenkarkassen und zur Verbesserung der Stabilität des Gummiwulstes eingesetzt. Je nach Reifengröße kann das Karkassenmaterial eines einzelnen Reifens aus bis zu 15 wiederverwerteten PET-Flaschen hergestellt werden. Das Polyestergarn wird zu einem widerstandsfähigen Textilkord verarbeitet, der die Kräfte des Reifeninnendrucks aufnimmt und auch bei hohen Belastungen und Temperaturen formstabil bleibt. Dafür hat Continental gemeinsam mit dem Textilhersteller Otiz ein spezielles Verfahren entwickelt, die Contire.Tex-Technologie, um aus wiederverwerteten PET-Flaschen ein hochwertiges Polyestergarn zu machen. Diese Anwendung wurde von SGS – einem weltweit führenden Inspektions- und Zertifizierungsunternehmen – geprüft und reduziert die CO2-Emissionen im PET-Reifencordgewebe im Vergleich zu fossilen Alternativen um etwa 28 %. Dieses innovative Polyestergarn wird bereits in Pkw-Serienreifen wie dem UltraContact NXT von Continental eingesetzt. Die recycelten PET-Flaschen werden ausschließlich aus Regionen bezogen, in denen es keine geschlossenen Flaschenrecyclingkreisläufe gibt.

Clevere und nachhaltigere Hafttechnologie

„Entscheidend für mehr Nachhaltigkeit ist nicht nur, welche Materialien wir umstellen – sondern auch, worauf wir bewusst verzichten“, sagt Haufe. Continental hat gemeinsam mit Kordsa, einem globalen Anbieter von textilen Verstärkungsmaterialien, einen umweltfreundlichen Haftsystem-Standard für Textil-Gummi-Verbindungen entwickelt. Diese Technologie ermöglicht die Verbindung von textilen Verstärkungsmaterialien mit Gummimischungen ohne den Einsatz von Resorcin und Formaldehyd im textilen Tauchbad. Continental und Kordsa haben Cokoon allen Reifenherstellern und ihren Zulieferern als lizenzkostenfreie Open-Source-Lösung verfügbar gemacht, um so die Nachhaltigkeit innerhalb der gesamten Branche voranzutreiben. Interessierte Unternehmen können Muster anfordern.

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