Kautschukverband kritisiert Maßnahmen zur Rettung der Chemieindustrie EU Chemicals Industry Action Plan: Zweifel an bürokratischen Lösungen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Simone Fischer 1 min Lesedauer

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Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie äußert Bedenken über den Aktionsplan der EU-Kommission, der trotz positiver Ansätze neue bürokratische Hürden schaffen könnte. Während die Abwanderung der Branche adressiert wird, bleiben die praktischen Lösungen fraglich.

Die EU reagiert auf die riskante Abwanderung von Chemieindustrieunternehmen und  benennt Ursachen, wie Bürokratielasten, Finanzierungsregulierung,  Energiepreis- und Carbon-Footprint-Regulierung als auch die Chemikalienregulierung.(Bild:  © Dentma Art – stock.adobe.com)
Die EU reagiert auf die riskante Abwanderung von Chemieindustrieunternehmen und benennt Ursachen, wie Bürokratielasten, Finanzierungsregulierung, Energiepreis- und Carbon-Footprint-Regulierung als auch die Chemikalienregulierung.
(Bild: © Dentma Art – stock.adobe.com)
Boris Engelhardt, Hauptgeschäftsführer WDK(Bild:  WDK)
Boris Engelhardt, Hauptgeschäftsführer WDK
(Bild: WDK)

Die EU-Kommission hat einen Aktionsplan zur Rettung der Chemieindustrie in Europa vorgestellt, der auf die gefährdete Abwanderung von Chemieunternehmen reagiert. Boris Engelhardt, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (WDK), äußert sowohl Zustimmung als auch Skepsis zu den vorgeschlagenen Maßnahmen. Positiv bewerten die Branchensprecher, dass die EU die Ursachen für die Abwanderung, wie Bürokratie, Finanzierungsregulierung und hohe Energiekosten, benennt.

Die geplante Gründung einer „Critical Chemicals Alliance“ zielt darauf ab, kritische Produktionsstandorte und Chemikalien zu identifizieren. Engelhardt fragt jedoch kritisch nach dem Zeitrahmen und der Effizienz dieser bürokratischen Gremien. Zudem ist er besorgt über die implizite Weitergabe von Kontrollen an die verarbeitende Industrie, was zusätzliche Bürokratie zur Folge hätte. Auch die EU-Pläne zur Überprüfung von Chemikalienimporten auf Einhaltung europäischer Vorgaben bewertet Engelhardt mit Vorsicht und fordert eine echte Entlastung, anstatt neuer bürokratischer Hürden.

Die EU hat versehentlich positive Signale gesendet, indem sie von pauschalen Verboten für PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) abgerückt und einen risikobasierten Ansatz favorisiert. Engelhardt warnt jedoch, dass auch in anderen wichtigen Sektoren wie Fahrzeug- und Flugzeugbau, wo Fluorelastomere unverzichtbar sind, Ausnahmen notwendig seien.

Zudem kündigt die EU eine jährliche Entlastung der chemischen Industrie um 363 Mio. Euro an, indem sie Vorgaben zur Schriftgröße und zum Zeilenabstand auf Verpackungen zurücknimmt. Engelhardt unterstreicht, dass dies verdeutlicht, wie hoch die Kosten für die Branche bei tatsächlichen europäischen Regulierungen wären und fragt, wann die Chemieindustrie mit konkreten Maßnahmen rechnen könne.
Quelle: WDK

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