Reaktionstechnik  Krauss Maffei zeigt PUR-Synergien auf der K

Verantwortliche:r Redakteur:in: Simone Fischer 2 min Lesedauer

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Mit Colorform und Purity Glycoline PU stellt Krauss Maffei auf der K 2025 in Düsseldorf zwei Anwendungen vor, bei denen die Polyurethan-Verarbeitung der Reaktionstechniksparte (RPM) mit der Spritzgießtechnik beziehungsweise der Extrusion kooperiert. 

Die PUR-Anteile von Artikeln wie Kühlschränken werden am Lebenszeitende mittels Extruder in einem kontinuierlichen chemischen Verfahren in ein Rezyklat-Polyol (rPolyol) umgewandelt.(Bild:  Krauss Maffei)
Die PUR-Anteile von Artikeln wie Kühlschränken werden am Lebenszeitende mittels Extruder in einem kontinuierlichen chemischen Verfahren in ein Rezyklat-Polyol (rPolyol) umgewandelt.
(Bild: Krauss Maffei)

PUR wird häufig auch für isolierende Anwendungen wie Kühlschränke eingesetzt und am Lebensende der Geräte stellt sich die Frage nach der Entsorgung. Bislang wird PUR aus Altkühlschränken häufig verbrannt, etwa zur Energiegewinnung bei der Zementherstellung, aber es ist absehbar, dass die thermische Verwertung von Kunststoffen in naher Zukunft stärker eingeschränkt werden wird.

Deshalb ist Krauss Maffei dabei, ein Verfahren für das kontinuierliche chemische Recycling von PUR durch Depolymerisation zu industrialisieren. Projektpartner sind BASF, Rampf, Produzent von nachhaltigen Recyclingpolyolen, sowie Remondis, Aufbereitung und Recycling von Elektroaltgeräten.

Wie das Recycling funktioniert

Bei dem Verfahren mit dem Namen Purity Glycoline PU wird der PUR-Isolierschaum aus der Kühlschrank-Recycling-Anlage von Remondis in einem gleichläufig drehenden Zweischnecken-Extruder (ZE Bluepower) innerhalb weniger Minuten recycelt. Dabei kann der Extruder PUR-Mahlgut verarbeiten, das mit bis zu 30 % durch andere Kunststoff- und Metallrückstände verunreinigt ist.

Um die Depolymerisation mittels einer von Rampf modifizierten Glykolyse zu erreichen, wird das PUR-Mahlgut im Extruder mit einem Depolymersationsmittel und anderen Hilfsstoffen vermischt. Das Resultat ist ein Zwischenprodukt, aus dem der erwähnte hohe Anteil an Fremdstoffen direkt inline nach dem Extruder mittels Filtrationstechnik entfernt wird.

Die aus dem Extruder gewonnenen Polyole können bei BASF als Bestandteil neuartiger Polyurethansysteme zum Herstellen von Hartschäumen mit Rezyklatanteil eingesetzt werden. Dabei besonders wichtig: Das Verfahren ist bereits heute wirtschaftlich interessant. 

Dieses Produkt wird aus dem Rezyklat hergestellt

Komplexe Maschine zum Verarbeiten von Polyurethan
Die gezeigte Rimstar-Dosiermaschine ist für den autonomen Betrieb vorbereitet.
(Bild: Krauss Maffei)

Auf der K-Messe können Besucher am Stand von Krauss Maffei live erleben, wie das PUR-System mit Rezyklatanteil zu geschäumten Isolierern für Getränke verarbeitet wird. Im Einsatz ist hierfür eine neue Dosiermaschine der Rimstar-Baureihe mit Features, die die Anlage auf Digitalisierung und autonomen Betrieb vorbereiten. Dadurch können auch weniger erfahrene Maschinenbediener die Prozesse stabil betreiben. Dies ermöglichen digitale Analysetools wie der Dataxplorer, der alle relevanten Prozessdaten erfasst und auswertet. Seine Ergebnisse werden in Zukunft als Basis für automatische Anpassungen während des Produktionsprozesses dienen.

Diese Teile werden mit PUR-geflutet

Mit seinem Partner Leonhard Kurz zeigt Krauss Maffei das Überfluten von thermoplastischen Bauteilen im Werkzeug (Colorform). Bei dieser Anwendung ist eine weitere Technologie in den Prozess integriert – eine Foliendekoration, für die ein neuartiges werkzeugintegriertes Folientiefziehkonzept entwickelt wurde.

Die Anwendung wird live auf einer GXW 650 mit Wendeplatte auf dem Messestand von Leonhard Kurz in Halle 5/Stand A19 zu sehen sein. Das 3K-Demonstratorbauteil mit 720 mm Länge ist an einen Frontscheinwerfer angelehnt und wurde so gestaltet, dass die durch Leonhard Kurz bereitgestellte Designfolie mit einem glasklaren und einem schwarzen Polycarbonat im In-Mold-Labeling-Verfahren hinterspritzt wird. Anschließend wird die Oberfläche mit einer glasklaren PUR-Schicht geflutet, sodass ein Tiefeneffekt erzielt wird. 
Quelle: Krauss Maffei

K 2025: Halle 15/Stand C24

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