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Nach einer herzlichen Begrüßung durch die 1. stellvertretende Vorsitzende der DKG, Dr. Cristina Bergman, präsentierten junge Wissenschaftler Ergebnisse von durch die DKG geförderten Projekte. Bemerkenswert dabei: die Forschung zu Maschinentechnik war deutlich stärker vertreten als in den Jahren zuvor.

 

Michael Schadomsky von der Universität Paderborn eröffnete die Session mit einem Vortrag über Steigerung der Wirtschaftlichkeit in der Kautschukverarbeitung durch die Entwicklung schnelllaufender Kautschuk-Extrusionsanlagen. Vom Deutschen Instirtut für Kautschuktechnologie (DIK) präsentierten Bejamin Klie seine Ergebnisse über eine neue Methode zur Optimierung des Mischprozesses. Dr. Martin Heise vom FILK (Forschungsinstitut für Leder und Kunststoffbahnen) zeigte, wie sich Elastomerpberflächen durch Atmosphärenplasmabeschichtung optimieren lassen. Die Nanomodifizierung reduziert die Reibung und könnte damt eine gute Alternative zur üblichen Beflockung oder Gleitlackbeschichtung sein. Daniel Juhre vom DIK widmete sich in seiner Arbeit der Lebensdaueranalyse von Gummi. Die Ergebnisse der Belastungssimulationen zeigte, das gefüllte Elastomere ein inelastisches Verhalten zeigen und dass dieses großes Auswirkingen auf die Lebensdauer hat. Bei der mehrachsigen Lebensdaueranalyse kann zusätzlich die Berücksichtigung von richtungsabhängigen Schädigungsgrößen von großer Bedeutung sein, so der Wissenschaftler. Der Leiter des DIK, Prof. Dr. Ulrich Giese trug die wichtigsten Ergebnisse eines Projekts zum Einfluss der Vernetzung und von Füllstoffen auf diffusionsbestimmte Alterungsprozesse bei NBR-Materialien vor.

Das wissenschftliche Programm am Folgetag beschäftigte sich mit der Fourier-Transformation Rheologie an unvulkanisiertem, rußgefülltem SBR. M. Wilhelm vom Karlsruher Institut für Technologie präsentierte die Ergebnisse des Projekts, das mit Continental Reifen Deutschland, Hannover, durchgeführt wurde. Gummimehl war die Aufgabe von Y. Speyer, Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt. Der Diplomand untersuchte den Einfluss des Granulats als Additiv in Elastomeren. Frau M. Wu von der Fachhochschule Osnabrück zeigte in ihrem Vortrag den Einfluss oberflächenmodifizierter Ruße auf die Polymer – Füllstoff – Wechselwirkungen und Eigenschaften von NR – Kompositen. in ihrem Fazit stellte sie fest, dass die Oberflächenmodifizierung von Ruß mit NO2 und O3 zu einer Erhöhung des Anteils an chemisch gebundenem Kautschuk, zu einer stärkeren Polymer-Füllstoff-Wechselwirkung und zu einer höheren Vernetzungsdichte führen. Der Einsatz modifizierter Ruße könne somit zu einer Reduzierung des Rollwiderstands von LKW Reifen beitragen.

Neben rein wissenschaftlichen Themen bereicherte A. Hauser von developongculture, Leipzig, das Vortragsprogramm mit einer Lehrstunde über die arabische Welt. Seine Aufgabe: Vermittlung interkultureller Kompetenz. In einem fröhlichen Ratespiel lernte das Auditorium einige wichtigen Fakten aus der arabischen Welt.

Kontakte und Kreativität pflegen

Zum unterhaltsamen und gleichermaßen zum Nachdenken anregenden Veranstaltungsteil, trug vor allem Vince Ebert bei. Der Physiker und Wissenschaftskabarettist, philosophierte zum Thema Erfolg, Effizienz, Effektivität und was machen BWLer sowie Berater mit Unternehmen. Erfolg ist nicht wirklich planbar, so seine Schlussfolgerung. Erfolg braucht Mut und Freiheit zum Denken und zum Probieren. Effizienz tötet Kreativität und Controler hemmen die Verwirklichung neuer Ideen. Wenn auch im Alltag von Industrie und Wirtschaft zahlen unentbehrlich und eine vernünftige Planung unverzichtbar sind, könnte die Anregungen von Vince Ebert doch den Anstoß geben, auch scheinbar aussichtslosen Ideen eine Chance zu geben.Mit diesen Gedanken und Inspirationen trafen sich die Teilnehmer am Abend der Jahrestagung wieder in dem bewährten Club Indabahn, der eine ausgezeichnte Atomosphäre bot, um der persönlichen Austausch innerhalb der Community zu fördern. Hier trafen sich jüngere und ältere Teilnehmer ganz ungezwungen und die Kontakte innerhalb der DKG-Familie ließen sich so weiter vertiefen.

Am zweiten Tag trafen sich knapp 80 Mitglieder der DKG zur Mitgliederversammlung unter der Leitung von Dr. Cristina Bergmann, Peter Steinl als 2. stellvertretender Vorsitzender und dem Geschäftsführer Boris Engelhardt. Nach einem detailiierten Bericht über die Aktivitäten und die Geschäftsführung der DKG über das Jahr 2015, entlasteten die Mitglieder den Vorstand und die Geschäftsführung und stimmten dem Vorschlag für die Planung 2016 und 2017 zu. Da die Aufgaben der Geschäftsstelle stetig wachsen und vor allem die DKT starkes Wachstum verzeichnet, hat sich der Vorstand und die Geschäftsführung entschlossen, das Personal der GEschäftsstelle aufzustocken.  Dr. Veronika Beer wird als Referentin sich um Belange der Kommunikation und Organistion der DKG mit ihren Aufgaben in der Forshcungsförderung kümmern. Die Chemikern vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz unertsuchte in einem BMBF-geförderten Projekt die Wechselwirkung von Nanopartikeln und Zellen. Der Vorstand rief im Anschluss daran zu einer Diskussion über die Weiterentwicklung der DKG auf. Als ein wichtiges Thema stellte sich die Außendarstellung und mögliche externe sowie interne Kommunikationswege dar. Hierbei wurde sehr deutlich, dass die DKG sich für die Zukunft besser aufstellen will und vor allem für jüngere Mitglieder attraktiver werden will. Das auf der Internetpräsenz der DKG eingerichtete Expertenforum stieß zu Leidwesen einiger Mitglieder nicht auf die gewünschte Resonanz. Die Frage ist, liegt als am Inhalt oder mehr an der Form und vor allem, welches Ziel verfolgt die Gesellschaft damit. Die Redebeiträge machten deutlich, wie wichtig das Thema Kommunikation ist. Doch wenn klar ist, welche Kommunikations-Ziele verfolgt werden sollen, lassen sich daraus auch die Kommunikations-Mittel und -Wege ableiten.

 

Dr. Etwina Gandert

Redakteurin KGK

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