Fast 40 Mitgliedsunternehmen aus dem VDMA-Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen (FV KuG) sind bereits Partner der Initiative, viele davon auch Aussteller auf der Fakuma, die vom 16. bis 20. Oktober 2012 in Friedrichshafen stattgefunden hat. „Als Maschinen- und Anlagenbauer sind wir in der Verantwortung, den Verarbeitern eine energie- und rohstoffeffiziente Produktion zu ermöglichen und die technologische Grundlage für nachhaltige Endprodukte zu schaffen,“ erklärt Ulrich Reifenhäuser, Vorsitzender des FV KuG zum Branchenstart von Blue Competence.

„Die Branche hat in den letzten 20 Jahren ihre Produktionsleistung verdoppelt, während gleichzeitig der maschinenspezifische Energieverbrauch um ein Drittel gesunken ist. Die Prognosen im Bereich Energieeffizienz sind laut einer Euromap-Studie ebenfalls richtungsweisend: Das Einsparpotential beim maschinenspezifischen Energieverbrauch liegt bis 2020 bei weiteren 20 Prozent“, erläutert Thorsten Kühmann, Geschäftsführer des FV KuG. Auf der heutigen Presseveranstaltung zu Blue Competence auf dem Friedrichshafener Messegelände diskutieren Experten aus VDMA-Mitgliedsunternehmen über ihre Schwerpunkte zur Nachhaltigkeit:

Bedingt durch neue europäische Gesetzgebungen, aber auch durch die klaren Forderungen von Kundenseite ist es unerlässlich, die Verbrauchswerte von Kunststoff- und Gummimaschinen transparent und damit vergleichbar zu machen. Für den Bereich Spritzgießmaschinen wird mit der Neufassung der Euromap 60 zur maschinenspezifischen Energiemessung – Erscheinungstermin Ende 2012 – eine praktikablere Lösung zur Verbesserung der Messergebnisse erreicht. „Mit der Differenzierung zwischen maschinen- beziehungsweise produktbezogener Energiemessung können wir sowohl den politischen Vorgaben als auch den Kundenforderungen gerecht werden“, so Dr. Karlheinz Bourdon, Vice President Technologies der KraussMaffei Technologies, München. Neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Maschinentechnik sieht KraussMaffei insbesondere bei integrierten Prozessen enormes Potential um Kunststoffteile, beispielsweise mit hochwertigen Premium-Oberflächen, kosten- und ressourceneffizient herzustellen. „Dies wird durch die große Nachfrage nach unseren Ein-Stufen Prozessen wie Colorform, Skinform oder Coverform bestätigt – Verfahren, bei denen wir Benchmarks in der Branche gesetzt haben“, so Bourdon.

Doch Nachhaltigkeit beginnt für viele Unternehmen des Kunststoff- und Gummimaschinenbaus nicht erst dann, wenn ihre Maschinen und Anlagen beim Verarbeiter zum Einsatz kommen. So steht der Spritzgießmaschinenbauer Arburg in Loßburg nicht nur für eine wirtschaftliche Maschinentechnologie, das Unternehmen setzt auch auf nachhaltige, ressourcenschonende Produktion. „Wir nutzen an unserem Produktionsstandort erneuerbare Energien wie Windkraft, Solarstrom, innovative Heiz- und Kühlsysteme und Geothermie. Denn ob es um unsere eigenen Produktionsprozesse oder um die bei unseren Kunden geht – wirtschaftliche und hochqualitative Produktion heißt automatisch: weniger Rohstoffverbrauch, weniger Energieeinsatz, weniger Abfall“, betont der Arburg-Geschäftsführer Helmut Heinson.

Im Hinblick auf immer knapper und teurer werdende Ressourcen kommt auch dem Recycling von Kunststoffen oder alternativen Materialien wachsende Bedeutung zu. Ulrich Reifenhäuser, geschäftsführender Gesellschafter des Extruder-Herstellers Reifenhäuser in Troisdorf, macht es am Beispiel von Wood Plastic Composites deutlich: „Bei WPC-Produkten wird bereits im Herstellungsprozess durch die Beimischung von Holzmehl mit einem Anteil von bis zu 80 Prozent teurer Kunststoff-Rohstoff eingespart. Außerdem können WPC-Produkte mehrfach recycelt werden, ohne an Qualität zu verlieren – und das Dank der dahinter stehenden Technologien.“

Für Dr. Peter Neumann, Vorsitzender der Geschäftsführung des Spritzgießmaschinenbauers Engel Austria in Schwertberg, hat Nachhaltigkeit ganz eindeutig etwas mit effizientem Wirtschaften zu tun: „Nachhaltigkeit bedeutet auch Kosteneffizienz. Um zur Verbesserung der Lebensqualität im Sinne gesellschaftlicher und ökologischer Verantwortung beitragen zu können, stehen wir als Unternehmer zuerst in der Verantwortung, für die Zukunftssicherung unserer Standorte zu sorgen. Das gelingt uns nur, wenn wir langfristig wettbewerbsfähig bleiben. Und das wiederum setzt voraus, dass wir Lösungen entwickeln, die die technologischen Anforderungen optimal erfüllen, die ökologisch und sozial verträglich sind und die sich zudem auch aus Kundensicht rechnen. So lassen sich beispielsweise bei Hochleistungsanwendungen in der Packaging-Industrie durch den Einsatz vollelektrischer Spritzgießmaschinen der Energieverbrauch und gleichzeitig die Stückkosten deutlich senken.“

(dw)

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