Nach schwierigen Monaten sieht der Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane (FSK), Frankfurt/M., zum Ende dieses Jahres eine Trendwende bei der verarbeiteten Menge Polyurethan (PUR).

So beläuft sich nach Schätzungen des Verbands die 2009 in Deutschland abgesetzte PUR-Menge auf rund 750000 t. Das sind gut 20 % weniger als im Jahr 2008 mit etwas über 920000 t und 2007 mit knapp 920000 t. Der Marktanteil der deutschen PUR-verarbeitenden Industrie in Europa (EU 27) liegt bei 26 bis 27 %. 2008 kam die verarbeitete PUR-Menge in den EU-27-Staaten auf 3,4 Mio. t und 2009 auf rund 2,3 Mio. t. Während 2008 das erste Halbjahr so stark war, dass der Rückgang in der zweiten Jahreshälfte mehr als aufgefangen werden konnte, gaben die Umsätze im ersten Halbjahr 2009 um gut 30 % nach. 2009 kommt die Branche damit auf rund 3,5 Mrd. Euro Umsatz gegenüber 5 Mrd. Euro in 2008.

In nahezu allen Industriebereichen für PUR gab es deutliche Rückgänge. Zu den mengenmäßig größten Anwendungsgebieten gehören Fahrzeuge inklusive Luft- und Raumfahrt sowie der Bereich Bau/Dämmung und Möbel und Matratzen mit insgesamt fast 70 % am PUR-Verbrauch. Mit über 30 % ist der Mengen-Rückgang im Fahrzeug- und Logistikbereich erheblich stärker zu spüren als der eher moderate Rückgang bei Möbeln und Matratzen von rund 6 bis 7 %. Bereits 2008 betrug der Rückgang von PUR-Automobilanwendungen 10 %, während der Bereich Dämmstoffe und Bauprodukte mit einem Wachstum von rund 6 % noch Marktanteil gut gemacht hatte. Stabil waren bis Ende 2008 die technischen und Industrieanwendungen wie Elastomere, TPUs, Gehäusebauteile und Spezialitäten, die 2009 aber ebenfalls einen Rückgang von über 15 % erlitten.

Gegenüber den EU-27-Staaten liegt der Schwerpunkt der PUR-Mengen in Deutschland eher bei industrienahen Anwendungen, während in anderen Ländern die Konsumprodukte überwiegen. „Dies ist der Grund dafür, dass wir in Deutschland mit einer etwas früheren Erholung auf dem PUR-Markt und den Kundenindustrien rechnen als in manch anderen Ländern“, begründet FSK-Fachgruppensprecher Dr. Alexander Wilhelm Strietholt die Ursache für die erste Trendwende in der PUR-Industrie. Auch wenn die Erholung langsam vor sich gehe, so sei der Abwärtstrend in der Invenstitonsgüterindustrie weitestgehend gestoppt. Einige Unternehmen hätten zwar ebenso Liquiditätsprobleme wie dies in anderen Branchen der Fall sei. Da aber PUR ein Werkstoff mit unendlich vielen Eigenschaften gerade für Nischen und Spezialanwendungen sei, nutzen viele Unternehmen die Zeit für technische Neuentwicklungen.

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Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane FSK e.V.

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