Tag der Kautschukindustrie 2019

Am Tag der Kautschukindustrie 2019 in Berlin diskutierten der wdk und der ADK die aktuelle Politik und die Rolle ihrer Branche. (Bild: Boris Trenkel)

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (wdk) und der Arbeitgeberverband der Deutschen Kautschukindustrie (ADK) betonten auf ihrem gemeinsam veranstalteten Tag der Kautschukindustrie in Berlin die hohe Relevanz ihrer Branche. Dr. Ralf Holschumacher unterstrich dies der folgenden Aussage:

„Ohne unsere Produkte bewegt sich im wahrsten Sinne des Wortes nichts“

Denn die vielfältigen Elastomer-Erzeugnisse ermöglichen sowohl Trinkwasser, die Lebensmittelproduktion als auch Fahrzeuge. Gleichzeitig kritisierte er eine zunehmende wirtschaftspolitische Apathie und Ideologisierung in der Bundespolitik.

Als ein Beispiel nannte der Verbandspräsident die Gestaltung der Mobilität der Zukunft. Er wies auf jene politischen Entscheider hin, die eine objektive Abschätzung der Technikfolgen zu Gunsten einer ideologischen Regulierung aufgegeben. Seiner Meinung nach, versperre das politische Vorschreiben der Elektromobilität für Jahrzehnte eine  technisch innovative, nachhaltige, bezahlbare und wirklich zukunftsfähige Mobilität. Ebenso wenig hilfreich sei die Industrie-Strategie, die keine Visionen für die traditionellen Industriesparten biete. Der Entwurf eines „Lieferkettengesetzes“, der Unternehmen Sorgfaltspflichten weit außerhalb ihrer Einflusssphären auferlegen wolle, sei genauso im Weg.

Unternehmen der Branche übernehmen Verantwortung

Außerdem verwies der wdk-Sprecher darauf, dass die deutsche Industrie ein wichtiger Teil der Gesellschaft sei. Die Unternehmen der deutschen Kautschukindustrie übernähmen Verantwortung für die gemeinsame Umwelt, für die Beschäftigten, die wirtschaftliche Stabilität der Kommunen, die Qualifizierung junger Menschen und für die globale technologische Spitzenstellung deutscher Produkte.

ADK-Präsident Dr. Sven Vogt hingegen betonte die Notwendigkeit, die Leistungen der Unternehmen in der allgemeinen Öffentlichkeit stärker hervorzuheben. Er findet, dass angesichts eines zunehmenden Populismus auf der politischen Ebene die Arbeitgeber der Branche zu einer objektiven Wahrnehmung der Wirtschaft zurückkommen müssten. Auf regionaler Ebene hingegen würden der Wert und das Engagement der Unternehmen der Kautschukindustrie schon jetzt stärker wahrgenommen.

Digitalisierung sinnvoll einsetzen und Mitarbeiter mitnehmen

Im Vortragsprogramm des Tags der Kautschukindustrie beschäftigte sich unter anderen Dr. Dominik Bösl (Festo) mit der „Arbeitswelt 4.0: Leben als Robotic Natives“. Er warnte davor, dass Digitalisierung nicht zum Selbstzweck verkommen dürfe, sondern dort eingesetzt werden müsse, wo es Sinn macht.

Philipp Becker (Vision Lasertechnik) warb in seinem Vortrag „Kollaborative Zusammenarbeit – Wie die Digitalisierung den Mittelstand verändern kann…“ dafür, die Mitarbeiter im Unternehmen mitzunehmen. Je mehr Vorteile diese sähen, desto eher gingen sie den Weg der Digitalisierung mit. Als ein Beispiel nannte Becker den Einsatz leicht verständlicher und bedienbarer Software.

Abschließende Podiumsdialoge mit Vertreterinnen und Vertretern von wdk-Mitgliedsunternehmen zu aktuellen Fragen von Nachhaltigkeit, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie Recycling unterstrichen die Problemlösungskompetenz der deutschen Kautschukindustrie.

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) ist die Spitzenorganisation der deutschen Hersteller von Bereifungen und Technischen Elastomer-Erzeugnissen. Er vertritt gut 160 Unternehmen mit rund 75.000 Beschäftigten und einem Gesamtjahres-Umsatz von mehr als 11 Mrd. EUR.

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