Obwohl sich das Unternehmen zu den Gerüchten noch nicht geäußert oder diese offiziell bestätigt hat, rechnen Brancheninsider fest damit. Das Unternehmen leidet unter der nachlassenden Nachfrage im Automobilbereich. Französischen Medienberichten zufolge befindet sich das Managements des Reifenherstellers bereits mit den Gewerkschaften im Gespräch.

Laut einer Michelin-Sprecherin will das Unternehmen die Pläne vorerst den Gewerkschaften vorstellen. Oberste Priorität habe zunächst die Information der Arbeitnehmervertreter. Danach werde es eine offizielle Mitteilung geben. Einem Bericht der Zeitung „Les Echos“ zufolge hat Michelin sogar in Erwägung gezogen, die Reifenproduktion für Lastkraftwagen am Standort Joue-les-Tours in Zentralfrankreich zu schließen. Dort sollen den kolportierten Nachrichten nach 700 Stellen wegfallen, 226 Mitarbeitern würden Jobs in anderen Bereichen angeboten.

Schuld an den wirtschaftlichen Problemen des 1889 gegründeten Traditionsunternehmens ist die konjunkturell bedingte Absatzkrise auf dem europäischen Automarkt. Hersteller und auch viele Zulieferer mussten sich in der Folge große Sparprogramme auferlegen, um auch weiter halbwegs wettbewerbsfähig bleiben zu können. Das Michelin-Management hatte bereits im April dieses Jahres angedeutet, weitere Schritte zu prüfen, sollte sich keine mittelfristige Besserung der Marktsituation einstellen.

(dw)

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