Engelhardt reagiert damit auf die Forderungen Enders nach Produktionsverlagerungen und Risikoübernahmen durch die Zulieferindustrie bei gleichzeitiger Erhöhung des Preisdrucks auf die Zulieferer. Dies würde nach einer aktuellen Studie des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrt viele Zulieferer in ihrer Existenz bedrohen.

„Wenn Enders erklärt, man wolle von der Automobilindustrie lernen, so geht er bei den Falschen in die Lehre“, so Engelhardt weiter. „Gerade in der Automobilindustrie können wir beobachten, was Preisdiktate und ein Drehen an der Preisschraube nach sich ziehen: Für einige Produktbereiche gibt es keine Lieferanten mehr, da diese durch die Einkaufspolitik der Automobilhersteller in die Insolvenz getrieben wurden. Andere Zulieferer werden durch Subventionen künstlich von der Automobilindustrie am Leben erhalten, um die laufende Produktion abzusichern.“

Überhaupt stelle sich die Frage, wie weit Airbus (eine EADS-Tochtergesellschaft) als Monopolist seine Nachfragemacht auf Kosten des Mittelstandes und der damit verbundenen Existenzen einsetzen möchte. Laut VDA-Präsident Wissmann seien die Zulieferer „die Innovationsherzkammern der Automobilbranche“. „Wer so mit seinem Herz umgeht muss sich fragen lassen, mit welcher Lebenserwartung er denn rechnet“, so Engelhardt.

„Deutschlands Zulieferindustrie ist weltweit technisch federführend. Diese Spitzenposition wird wesentlich vom Mittelstand getragen, von flexiblen Strukturen, die in der Lage sind, sich schnell bedarfsgerecht und qualitätsorientiert weiterzuentwickeln. Qualität und sichere Produkte haben ihren Preis. Die Pläne von Herrn Enders, Massenproduktion und Standortverlagerungen bei gleichzeitiger Preissenkung zu Gunsten der Erhöhung seiner Gewinnmargen durchzusetzen, werden mit Sicherheit einen Effekt haben: Sie werden zerstören. Und zwar nicht nur viele Existenzen und das technische Know-how, sondern auch die Qualitätsbasis des Unternehmens Airbus“, so Engelhardt abschließend.

(dw)

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