In greifbarer Nähe Kautschukmischungen ohne PFAS 

Verantwortliche:r Redakteur:in: Simone Fischer 1 min Lesedauer

Der PFAS-Beschränkungsvorschlag der EU fordert Anpassungen in der Fluorelastomerherstellung. Die Entwicklungsabteilungen der Gummihersteller arbeiten intensiv an Ersatzprodukten für Fluorkautschuke. Erste PFHxA-freie Rezepturen sind verfügbar.

Die Elastomermischungen werden auch feingestrainert.(Bild:  Rado Gummi)
Die Elastomermischungen werden auch feingestrainert.
(Bild: Rado Gummi)

Fluorkautschuke wie FKM, FFKM, FEPM oder FVMQ enthalten CF₂- beziehungsweise CF₃-Gruppen und fallen deshalb unter den derzeit diskutierten Vorschlag der ECHA zur umfassenden PFAS-Beschränkung. Aus diesem Grund beschäftigt sich die Entwicklungsabteilung von Rado Gummi intensiv mit den möglichen Konsequenzen.

Eine Untergruppe der PFAS-Chemikalien basiert auf Undecafluorhexansäure (PFHxA) sowie deren Salzen und verwandten Stoffen. Dazu zählen Substanzen, die in PFHxA umgewandelt oder zu ihr abgebaut werden können.

Aktuelle Lage

Die EU-Kommission hat mit der Verordnung (EU) 2024/2462 vom 19.09.2024 den Einsatz dieser Chemikalien bereits eingeschränkt. Die Beschränkung betrifft den Verkauf und die Verwendung von PFHxA in bestimmten Feuerlöschschäumen, Textilien, Lebensmittelkontaktmaterialien gemäß Verordnung (EG) Nr. 1935/2004, kosmetischen Produkten gemäß Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 sowie in Gemischen für Verbraucher.

Aufgrund ihrer hohen Persistenz und potenziell gesundheitsschädigenden Eigenschaften sollte der Einsatz von PFHxA, deren Salzen und verwandten Stoffen künftig auch in anderen Produkten und Herstellungsprozessen – soweit möglich – vermieden werden. Einige Hersteller von Fluorelastomeren haben diesen Weg bereits eingeschlagen und verzichten auf den Einsatz entsprechender Chemikalien, die beispielsweise als Tenside in der Emulsionspolymerisation verwendet werden oder verfahrensbedingt als Verunreinigungen auftreten.

Das ist zu tun

Rado Gummi hat in Zusammenarbeit mit mehreren FKM-Herstellern aufwendige, vergleichende Prüfungen an Labor- und Produktionsmustern durchgeführt. Dabei wurden sowohl bisphenol- als auch peroxidvernetzbare Varianten getestet. Es zeigte sich, dass Rezepturen mitunter an die neuen Elastomertypen angepasst werden müssen – sowohl hinsichtlich der Verarbeitungseigenschaften während des Fertigungsprozesses als auch im Hinblick auf die Erfüllung technischer Lieferspezifikationen.

Mittlerweile hat das Unternehmen PFHxA-freie Alternativen für seine eigenen Rezepturen entwickelt und leistet damit aktiv einen Beitrag zur Reduktion potenzieller PFAS-Risiken für Umwelt und Gesundheit.

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