Hannover Finanz veräußert Beteiligung an Rado Gummi Rückkauf besiegelt Weg in die Unabhängigkeit

Verantwortliche:r Redakteur:in: Matthias Gutbrod 2 min Lesedauer

Nach über zwei Jahrzehnten endet die Partnerschaft zwischen der Hannover Finanz und der Rado Gummi GmbH. Durch den Rückkauf bereitet Mehrheitsgesellschafter Fred Ebers die Überführung des Spezial-Compounders in eine Stiftung vor. Dieser Schritt sichert die Unabhängigkeit des Unternehmens.

Produktion bei Kautschuk-Compounder Rado(Bild:  Rado)
Produktion bei Kautschuk-Compounder Rado
(Bild: Rado)

Die Rado Gummi GmbH aus Radevormwald hat sich als reiner Kautschuk-Compounder auf technologisch anspruchsvolle Nischen spezialisiert. Mit einem Portfolio von über 600 eigenen Rezepturen bedient das Unternehmen Branchen, die extreme Anforderungen an thermische und chemische Beständigkeit stellen. Der Fokus liegt dabei auf Fluor-Kautschuk (FKM), Silikon-Kautschuk (VMQ) sowie organischen Spezial-Compounds. In diesen Segmenten profitieren Verarbeiter von maßgeschneiderten Mischungen, die sich deutlich vom volatilen Massengeschäft abheben.

Stiftungsmodell sichert Unabhängigkeit

Die geplante Einbringung in eine Stiftung ist eine Reaktion auf die aktuellen Herausforderungen im deutschen Mittelstand. Während viele Wettbewerber in der Gummiindustrie durch Private-Equity-Zukäufe oder strategische Fusionen ihre Eigenständigkeit verlieren, setzt Rado auf Kontinuität. Für Kunden und Lieferanten bedeutet dieser Schritt langfristige Planungssicherheit bei der Versorgung mit Spezial-Mischungen. Seit 2005 begleitete die Hannover Finanz das Wachstum des Familienbetriebs zum technologisch führenden Anbieter.

Langjährige Partnerschaft findet einvernehmlichen Abschluss

Die Trennung erfolgt im Rahmen einer strategischen Portfoliotransformation des Finanzpartners. Beide Seiten betonen die konstruktive Zusammenarbeit bei der Erschließung neuer Einsatzfelder für Kautschuk-Compounds. Die technische Kompetenz in der Entwicklung kundenspezifischer Lösungen bleibt das Kernstück der Unternehmensstrategie.

Dr. Hans Winkelbach, Geschäftsführer bei Rado Gummi(Bild:  Rado)
Dr. Hans Winkelbach, Geschäftsführer bei Rado Gummi
(Bild: Rado)

Die Beteiligten kommentieren den Abschluss der Transaktion positiv: „Rado war über mehr als 20 Jahre eine erfolgreiche Beteiligung für uns, und wir freuen uns sehr, dass die Anteile nun an das Unternehmen zurückgehen“, sagt Dr. Sascha Haghani, Geschäftsführer bei Hannover Finanz. „Die Hannover Finanz war für uns ein verlässlicher und kompetenter Partner bei unternehmerischen Entscheidungen“, ergänzt Dr. Hans Winkelbach, Geschäftsführer bei Rado Gummi.

Stabilität in volatilen Lieferketten

Für die Gummiindustrie ist die Entscheidung von Rado ein Signal gegen den Trend der kurzfristigen Gewinnmaximierung. Die Ausrichtung auf spezialisierte Anwendungen in der Automobilindustrie, der Luftfahrt und dem Maschinenbau erfordert tiefgreifendes Know-how und konstante Qualität. Durch die neue Struktur als Stiftungsunternehmen bleibt dieses Wissen dem Standort erhalten und bietet eine stabile Basis für die Entwicklung zukünftiger Hochleistungs-Compounds.

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