TH Köln entwickelt Trennverfahren So können Gummi-Metall-Verbindungen recycelt werden

Verantwortliche:r Redakteur:in: Simone Fischer 2 min Lesedauer

Ein neues Thermo-Trennverfahren von der TH Köln und Guma-Tech ermöglicht das effektive Recycling von Gummi-Metall-Verbindungen, wie sie in Raupenfahrzeugen vorkommen. Dies könnte die Abfallmenge reduzieren und Ressourcen schonen. Erfahren Sie wie das Verfahren funktioniert.

Mit dem thermomechanischen Trennverfahren werden Gummi und Metall in der Haftschicht voneinander getrennt.(Bild:  Guma-Tech)
Mit dem thermomechanischen Trennverfahren werden Gummi und Metall in der Haftschicht voneinander getrennt.
(Bild: Guma-Tech)

Ein neues Thermo-Trennverfahren, entwickelt von der TH Köln und Guma-Tech, könnte das Recycling von Gummi-Metall-Verbindungen, wie sie in Raupenfahrzeugen verwendet werden, verbessern. Diese Verbindungen sind schwer zu recyceln und oft umweltbelastend, da sie als Sondermüll verbrannt oder illegal entsorgt werden.

So funktioniert das neuartige Verfahren

Das Verfahren setzt auf die Wärmebehandlung der Grenzschicht zwischen Gummi und Metall. Projektleiterin Prof. Dr. Danka Katrakova-Krüger erklärt, dass Materialien effizient getrennt werden können, wenn sich ihre Materialeigenschaften nicht verschlechtern und der Ressourcenverbrauch minimal bleibt. Der Fokus liegt auf einer neuen thermischen Methode, die mittels Induktion arbeitet. Dabei erhitzt ein magnetisches Wechselfeld die stählernen Elemente der Raupenketten.
Ein von Guma-Tech entwickeltes und patentiertes Induktionsheizgerät ermöglicht es, die Temperatur der Haftschicht gezielt zu regulieren, um Materialien sauber zu trennen. Die Haftchemikalien zersetzen sich bei 260 °C, während das Gummimaterial erst bei 375 °C reagiert. Das Verfahren ermöglicht es daher, Materialien nahezu rückstandslos voneinander zu trennen. Der Stahl ist nach einer mechanischen Vorbehandlung wiederverwendbar .

Ist der Gummi ebenfalls wiederverwendbar?

Durch diese Vorgehensweise ändern sich die Materialeigenschaften des Gummis aufgrund der nur kurzen Einwirkzeit nicht, sodass es dem Wertstoffkreislauf zugeführt werden kann: etwa zermahlen als Bodenbelag von Sport- und Spielplätzen sowie als Unterbau oder als Basis für die Pyrolyse. Die Qualität des Gummis nach der induktiven Trennung ist somit vor allem vom Zustand vor der Induktion und nicht vom Trennungsprozess abhängig. Der Stahleinsatz kann nach einer mechanischen Oberflächenaufbereitung wie dem Sandstrahlen sogar direkt wieder für die Herstellung neuer Gummipads genutzt und muss nicht eingeschmolzen werden.
Prof. Dr. Katrakova-Krüger fasst zusammen: "Die Trennung durch Induktion ist effektiv und ermöglicht umweltfreundliches Recycling. Das Verfahren kann zudem die Herstellungskosten reduzieren, da auf energieintensive Schritte verzichtet werden kann."

Quelle: TH Köln

Über das Projekt

Das Projekt „Entwicklung eines Verfahrens zum Lösen von Gummi-Metall-Verbindungen als effiziente Recyclingvorstufe“ wurde von Prof. Dr. Danka Katrakova-Krüger vom Labor für Werkstoffe der TH Köln geleitet und in Kooperation mit der Guma-Tech GmbH durchgeführt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz förderte das Projekt im Rahmen des Programms „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand“ von September 2021 bis August 2024.

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