Ende April fand in Berlin der Tag der Kautschukindustrie statt, zu dem die beiden Verbände ADK und WDK eingeladen hatten. Deutlich über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus WDK-Mitgliedsunternehmen sowie externe Gäste kamen ins Steigenberger Hotel am Kanzleramt. Erfahren Sie welche Themen behandelt wurden.
(Bild: Redaktion)
Mit dem Motto des Tages der Kautschukindustrie – Aufbrechen statt abwarten – begrüßten Michael Klein, Präsident des WDK, und Georg zur Nedden, Vizepräsident des ADK, die Anwesenden. „Wir sind heute in Berlin, wo sich aktuell viel bewegt. Die neue Regierung formiert sich“, sagte Michael Klein. „Mit der neuen Bundesregierung verbinden sich für uns viele Hoffnungen und Erwartungen.“ Im Rahmen seiner Vorwärtsstrategie spricht der WDK seit Anfang 2024 Presse und Politik an, um auf die systemrelevante Bedeutung der Kautschukindustrie am Standort Deutschland aufmerksam zu machen. Der WDK-Präsident ist der Meinung, dass eine Vorwärtsstrategie allein nicht ausreiche, sondern es muss eine Vorwärtsbewegung oder besser noch ein Aufbruch stattfinden, gerade in der Wirtschaftspolitik. Klein übergab an von Nedden mit der Frage, ob, wenn er für Aufbruch bei der Standortsicherung, für Wertschätzung für Wertschöpfung, beim Bürokratieabbau, bei den Energiekosten sowie bei den globalen Handelsbeziehungen plädiere, richtig liege?
Michael Klein (rechts) und Georg zur Nedden eröffneten gemeinsam den Tag der Kautschukindustrie.
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Georg zur Nedden pflichtete Klein bei und betonte, dass Verlässlichkeit von der neuen Regierung benötigt wird. Denn erst dann, ist er sich sicher, wird in Deutschland wieder investiert werden. Der Planungshorizont für die Unternehmen muss wieder länger als eine Legislaturperiode sein, damit sich Investitionen lohnen. Wertschätzung sieht von Nedden auf allen Ebenen als die Basis, um gut miteinander arbeiten zu können. Er appellierte aber auch an die Arbeitnehmer, dass Arbeitszeit für Wertschöpfung stehe. Wenn mehr gearbeitet werde, dann werde auch mehr Geld verdient und die Menschen könnten sich mehr leisten, wodurch die Wirtschaft gestärkt würde.
Dr. Christoph Sokolowski, Leiter des WDK-Hauptstadtbüros, stellte die am Tag zuvor bekanntgewordenen CDU/CSU Ministerinnen und Minister und ihre voraussichtlichen Kabinettskolleginnen und -kollegen von der SPD der künftigen Regierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz vor. Er ging auch auf die Erwartungen ein, die der Verband an die Regierung hat und schloss seine Ausführungen mit den Worten, dass er dem nächsten Kabinett hoffnungsfroh entgegen sehe.
Als politischen Vertreter konnten Klein und Sokolowski Jan-Wilhelm Pohlmann, CDU-Abgeordneter aus dem Wahlkreis Waldeck, begrüßen. Pohlmann sagte einleitend auf die Frage, ob er sich darauf freue, dass der Bundestag in Kürze seine Arbeit aufnehmen, dass es wichtig sei, dass es losgehe, der Kanzler gewählt werde und „wir ins Arbeiten kommen.“ Er sei auch vor dem WDK-Termin bereits mit der Kautschukindustrie in Kontakt gekommen, da in Nordhessen Kautschukverarbeiter ansässig seien und er in seinem Wahlkampf rund 100 Firmen in seinem Heimatwahlkreis besucht habe. Herr Michael Klein bat das Mitglied des neuen Bundestages nicht nur mit den großen Verbänden, sondern auch mit dem Mittelstand zu sprechen. Pohlmann betonte ausdrücklich, dass für ihn der Mittelstand nach wie vor das Rückgrat der deutschen Wirtschaft sei und Wirtschaftspolitik ein wichtiges Thema. Deshalb möchte er sich wirtschaftspolitisch sowie bei digitalen Themen engagieren, denn die Bürokratie lähme das ganze Land und das Thema müsse angegangen werden.
Michael Klein (links) erläuterte Jan-Wilhelm Pohlmann (MDB) die Erwartungen der Kautschukindustrie an die neue Regierung.
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Klein gab Pohlmann seine Erwartungen an die neue Regierung – echte Energiekostenentlastung, das Umsetzen des wirtschaftspolitischen Turnarounds in die Praxis sowie die Sicherheits- und Wirtschaftspolitik parallel zu entwickeln – mit auf den Weg in sein Amt.
Wege von Unternehmen in den Defense Sektor
Dr. Hans Christoph Atzpodien, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie e.V. (BDSV) bei seinen Ausführungen.
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22 % der WDK-Mitglieder liefern seit Längerem in die Rüstungsindustrie. Denn auch in diesem Sektor gilt – ohne die Produkte der Kautschukindustrie würde keine Drohne fliegen, kein Eurofighter abheben, keine Lüftung im Bunker funktionieren. Dr. Hans Christoph Atzpodien, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie e.V. (BDSV) ist sich sicher, dass Russland bis 2029 in der Lage sein könnte, die NATO herauszufordern. Deutschland sei die Drehscheibe der NATO, deshalb sei die Verbesserung der Infrastruktur notwendig. Bei den im Sondervermögen vorgesehenen Milliarden für die Bundeswehr gehe es um die Deckung dieser Bedarfe und nicht um Aufrüstung. Atzpodien sieht sogar den Bedarf an finanziellen Mitteln in Richtung 3 % statt der veranschlagten 2 % des Bruttoinlandsprodukts und bezifferte die benötigte Summe auf rund 150 Mrd. Euro pro Jahr. Herausfordernd für die Rüstungsindustrie sei es, die Bedarfe aus ganz Europa als aggregierte Zahl zu erhalten, um planen zu können. Wenn diese bekannt seien, dann könne festgelegt werden, ob und wo auf Serienfertigung umgestellt werden müsse. Als Beispiel nannte Atzpodien Drohnen, die leicht in Serie produziert werden könnten. Hier kämen dann Branchen zum Zuge, die die Serienfertigung beherrschen und derzeit noch nicht in der Rüstungsindustrie tätig sind. An die anwesenden Unternehmensvertreter richtete er den Appell, dass, wenn sie in den Defense Sektor einsteigen möchten, sie sich die Frage stellen müssten: Wo würden wir gerne tätig sein? Anschließend könnten sie sich bei den OEMs in den Portalen qualifizieren. Atzpodien regte einen Matching Day für Unternehmen der Kautschukindustrie und OEMs aus dem Defense Sektor an.
Stand: 16.12.2025
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Die Welt im Frühjahr 2025 ist im Wandel, benötigt aber auch Verlässlichkeit. Dem pflichtet Prof. Dr. Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie (IFD) Allensbach, bei. Sie sagte, dass die Politik noch sehr geprägt von der Agenda Schröder sei, Reformen in deiner Legislaturperiode möglichst frühzeitig anzusetzen seien, damit sie bis zum Ende dieser sichtbar werden. Der demografische Wandel ist spürbar und die Wirtschaft hat aktuell zu kämpfen. „Mit einem ‚Weiter so‘ kann es nicht gehen“, sagte Köcher. Für die Wirtschaft wird es ungemütlicher, für die Arbeitnehmer entwickelt es sich positiv, denn die Abschlüsse der Tarifverhandlungen spiegeln die Wirtschaftsschwäche der Unternehmen nicht wider. Gemäß der Umfrageergebnisse sei die Mehrheit der deutschen Bevölkerung durchaus überzeugt, dass wieder mehr und härter gearbeitet werden muss, sofern man nicht selbst betroffen sei. Nur jeder fünfte wäre bereit seine Lebensarbeitszeit zu verlängern und nur 10 % glauben, dass dies den Standort stärken würde, gleiches gelte für Reduktion von Urlaubstagen sowie Gehaltssteigerungen. Köcher sieht den Krankenstand von 15 bis 17 % in Deutschland als skandalös. Sie möchte die Politik ermutigen, die richtigen Schritte zu tun.
Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer ADK (links), und Prof. Dr. Renate Köcher, Geschäftsführerin IFD, führten aus, weshalb ein Veränderungsbereitschaft in Deutschland notwendig ist.
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Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Deutschen Kautschukindustrie, pflichtete Bröcker bei, dass die Wirtschaftsleistung bröckele. Was sind die Ursachen? Geht es uns in Deutschland zu gut? Der Abstieg unserer Volkswirtschaft wird noch nicht erkannt. Kann Wohlstand auch Plage sein? Es ist sehr schwierig in unserem Land Reformen durchzusetzen. „Der Wohlstand und die soziale Sicherheit in unserem Land, sind weltweit einzigartig“, führte Schmidt aus. Der Staat wird es schon richten, sei die nach wie vor landläufige Meinung. Nur 9 % der deutschen Arbeitnehmer haben Angst vor Verlust ihres Arbeitsplatzes – trotz der „Kernschmelze“ der deutschen Industrie. Es herrsche die Auffassung, dass der Staat ein schier unbegrenztes Füllhorn hat, um Probleme zu lösen. Über Jahrzehnte galt die Devise die Sozialversicherungsbeiträge unter 40 % zu halten. Derzeit liegen sie bei 43 % und werden weiter steigen. Der Koalitionsvertrag sieht keine Sparmaßnahmen vor, es seien keine marktwirtschaftlichen Konzepte in die Krankenversicherung übernommen worden. Auch Schmidt ging, wie zuvor Köcher, auf den Krankenstand ein, der aufgrund seiner Höhe zu einem Standortnachteil geworden sei. Der Sozialstaat dürfe nicht nur unter dem Solidaritätsprinzip, sondern müsse auch unter der zweiten Säule des Sozialstaates der Subsidiarität – was kann der einzelne leisten, um die Allgemeinheit nicht zu belasten – diskutiert werden. Denn alles was verteilt wird, muss zunächst erwirtschaftet werden. Seiner Ansicht nach werde das Solidaritätsprinzip überstrapaziert und die Subsidiarität findet nicht mehr statt. Der Staat könne nicht das Interesse des Einzelnen nach einer maximalen Absicherung zum allgemeinen Interesse machen, dann kollabiere er. Auch über elementare Zielgrößen wie Staatsquote, Steuerquote, Abgabenquote werde laut Schmidt nicht mehr gesprochen, obwohl sie Indikatoren mit volkswirtschaftlicher Bedeutung sind. Die Staatsquote werde 2025 erstmals die 50 % Grenze durchbrechen, das heißt jeder zweite Euro der deutschen Wirtschaftsleistung fließt durch öffentliche Hände. Die Regierung müsse daher willens sein, die Staatsquote auf 45 % zu korrigieren.
Dr. Ralf Holschumacher, Dr. Veronika Beer und Dr. Christoph Sokolowski legten dar, weshalb die Kautschukindustrie in der EU mit einer Stimme sprechen sollte.
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Die EU hat in den vergangenen fünf Jahren 13.000 neue Gesetze erlassen. Diese Bürokratielast aus Brüssel lähmt die Industrie und muss verringert werden. Darin waren sich Dr. Ralf Holschumacher, Mitglied WDK-Präsidium, Dr. Veronika Beer, zuständig für nachhaltige Entwicklung und European Affairs beim WDK, und Dr. Christoph Sokolowski einig. Der WDK ist in Brüssel gut vernetzt, um im Kontakt mit hochrangigen EU-Vertretern seine Position deutlich zu machen. Dr. Ralf Holschumacher, der selbst viele Jahre lang auf europäischer Ebene bei ETRMA in Brüssel aktiv war, betonte, wie wichtig es sei, dass die europäische Kautschukindustrie mit einer Stimme in Brüssel spricht. Er betonte aber auch insbesondere die Bedeutung der guten Zusammenarbeit der Kautschuknationalverbände in Europa. Diese Allianz ist, nach dem Ausscheiden der Nationalverbände bei ETRMA, wichtiger denn je. Auf Initiative des WDK finden seit Januar 2025 regelmäßig Gespräche der Präsidenten der Nationalverbände statt. Daneben vergrößert der WDK, wie Dr. Veronika Beer berichtete, sein europäisches Netzwerk, um drängende Branchenthemen intensiv zu bearbeiten. Beer äußerte verhalten Hoffnung auf positive Veränderung, denn es würde mittlerweile nicht mehr von einem Green Deal, sondern von einem Green Industrial Deal gesprochen.
Vorbereitung erleichtert Vieles
Michael Berthel führte aus, weshalb es wichtig ist, sich ein lokales Lieferantennetzwerk aufzubauen.
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Im Hinblick auf die Themen Lieferkettenstabilität, Sanktionen, (US-) Zölle, China-Strategie machte Michael Berthel, Chefvolkswirt des WDK, darauf aufmerksam, dass Unternehmen im erschwerten globalen Handel auch wieder an lokale Lieferanten denken sollten. Der politische Tenor hierzu: De-Risking, De-Coupling, De-Globalisierung, Kreislaufwirtschaft – was Deutschland an Rohstoffen fehlt, holen wir uns im Recycling. Der gesellschaftliche Trend gehe zu Sorgfaltspflichten, Nachhaltigkeit, und buy local. Wo steht die Kautschukindustrie? Local Sourcing, Positionierung der Branche und komplexe Zusammenhänge – der WDK beobachtet die Situation kontinuierlich. „Wir müssen vorbereitet sein und wenn wir aufbrechen, statt abzuwarten, könnte sich der Abwärtstrend umkehren“, schloss Berthel seine Ausführungen.
Digitaler Produktpass – Pflicht oder Chance?
Stephan Rau erläuterte das Projekt Cirpass².
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Diese Frage diskutierte Stephan Rau, technischer Geschäftsführer des WDK. Der digitale Produktpass (DPP) biete die Chance, über einen QR-Code mehr und einfacher Informationen über das erworbene Produkt sowie dessen CO2-Fußabdruck weiterzugeben. Als Beispiel nannte er das Projekt Cirpass2, das eine Reihe von Kautschukprodukten umfasst, unter anderem Reifen. Der digitale Produktpass für Reifen enthält Angaben zum Reifenhersteller, -händler, selbst zu Monteur, gibt Auskunft über das Gebrauchsleben des Reifens und wie er am Ende des Gebrauchs weiterverwertet wird – Recycling oder Runderneuerung oder Pyrolyse.
Zum Abschluss diskutierte Dr. Stephanie Waschbüsch, TPE-Netzwerk des WDK, einige Punkte zum Thema Kautschuk und TPE mit Volker Krings, WDK, Rainer Kreiselmaier, Freudenberg Process Seals und Jochen Schneider, Hexpol TPE. Die Frage, ob die beiden Werkstoffklassen Konkurrenten seien, beantwortete Krings mit nein, denn seiner Meinung nach ergänzen sie sich; Kreiselmaier sieht sie als gute Freunde, Schneider ebenso, ist jedoch der Meinung, dass die Freundschaft weiter sein könnte.
Gemeinsam sei den Werkstoffen, dass sie beide entropieelastisch, mit Geschick auch für Dichtungen sowie für die Lebensmittelindustrie geeignet seien, war von Kreiselmaier zu hören; Schneider sieht die Anwendung der Werkstoffe zu 80 % deckungsgleich; Krings sagte, dass sie sich hervorragend bei hybriden Produkten ergänzen, es sinnvoll sei, die Vorteile eines Werkstoffs für die Vorteile der Anwendung zu nutzen.
Die Diskussion zeigte, dass sowohl Kautschuk wie auch TPE einzigartige Eigenschaften besitzt und beide Werkstoffe benötigt werden.
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Beim Benchmarking sieht Schneider beim Temperaturprofil und bei der Chemikalienbeständigkeit den Gummi eher vorn, andererseits gebe es TPEs mit einer Härte von Shore 00 sowie Blasformteile aus TPE; Krings sieht den Gummi als langlebig an und bescheinigt ihm ein breites Anwendungsspektrum; TPEs seien einfacher zu recyceln, die Rezepturausarbeitung mit bewerteten Rohstoffen einfacher; Kreiselmaier fügte hinzu, dass das Hochtemperaturrelaxationsverhalten von Gummi besser sei, TPEs sich aber in der Regel leichter verarbeiten lassen.