TPE-Experten on Tour Wie das TPE-Forum sein Netzwerk in Italien erweitert

Von Dr. Stephanie Waschbüsch, WDK 4 min Lesedauer

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Zu einer zweitägigen Netzwerk-Tour traf sich eine Gruppe von Delegierten des TPE-Forums vom 20. bis 21. Februar im Raum Mailand. Die Reise bot vielfältige Gelegenheit zum intensiven Austausch über künftige Projekte des TPE-Forums. Erfahren Sie welche.

Die Gruppe bei ihrem Besuch der Firma Sipol (von links): Umberto Mori, Elena Bolgiaghi,beide Sipol; Roberto Molteni, Allod; Alexander Naeck, SKZ; Dr. Peter Heidemeyer, C4PP; Dr. Ines Kühnert, Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e.V., Sprecherin TPE-Forum; Kurt Gebert, Allod; Dr. Massimo Cattaneo, Sipol; Dr. Stephanie Waschbüsch, WDK.(Bild:  TPE Forum)
Die Gruppe bei ihrem Besuch der Firma Sipol (von links): Umberto Mori, Elena Bolgiaghi,beide Sipol; Roberto Molteni, Allod; Alexander Naeck, SKZ; Dr. Peter Heidemeyer, C4PP; Dr. Ines Kühnert, Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e.V., Sprecherin TPE-Forum; Kurt Gebert, Allod; Dr. Massimo Cattaneo, Sipol; Dr. Stephanie Waschbüsch, WDK.
(Bild: TPE Forum)

Die Plattform TPE-Forum gibt es mittlerweile seit fast zehn Jahren. Wenn auch die wesentlichen Akteure der Gruppe aus Deutschland kommen, stand doch das Thema „internationale Vernetzung“ bereits seit einiger Zeit auf der To-do-Liste. Roberto Molteni, der beim TPE-Compounder Allod Werkstoff, Burgbernheim, für die Anwendungsentwicklung zuständig ist, hatte deshalb für die Mitglieder des TPE-Forums die Netzwerk-Reise durch seine Heimatregion organisiert. Allod ist eines der Gründungsmitglieder des TPE-Forums und Molteni selbst ist daneben unter anderem auch im italienischen Netzwerk TMP (Associazione Italiana Tecnici Materie Plastiche) aktiv. Molteni kommentierte: „Die Region rund um Mailand ist die Heimat von zahlreichen innovativen Unternehmen, die mit dem Werkstoff TPE arbeiten. Darüber hinaus engagieren sich viele dieser Unternehmen beim Netzwerk TMP. Deshalb lag es auf der Hand, Vertreter des TPE-Forums einmal mit ihnen zusammenzubringen.“ Insgesamt sechs Mitglieder des TPE-Forums – Vertreterinnen und Vertreter von Allod, C4PP, sowie von SKZ und dem WDK, die zu den Trägerorganisationen des TPE-Forums gehören, nahmen an der Reise teil. Auch die Sprecherin des TPE-Forums, Dr. Ines Kühnert vom Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e.V. war dabei.

Diese Unternehmen wurden besucht

Erste Station war bei der Firma Sipol, die in Mortara PV ihren Hauptsitz hat. Wie Massimo Cattaneo, CEO des Unternehmens, ausführte, ist das Unternehmen spezialisiert auf die Entwicklung und Produktion von Co-Polyester- und Co-Polyamid-Hot Melts, sowie TPC-ETs und biologisch abbaubaren Co-Polyestern. Eine Stippvisite in die Welt der Additiven Fertigung bot der Besuch bei Faberlab/Arburg in Origgio. Ilaria Restelli von Faberlab gab der Gruppe einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten, TPEs in 3D-Druck-Verfahren, wie mit dem Arburg Freeformer, zu innovativen Teilen zu verarbeiten. Besonderen Eindruck hinterließ der Besuch bei der Firma C.B. – Brescianini. Das Unternehmen mit Sitz in einem unscheinbaren Gebäude im Industriegebiet Pogliano Milanese beeindruckte die Gruppe mit seiner kleinen, aber feinen komplett automatisierten Spritzgießproduktion inklusive eigenem Werkzeugbau. Clelia Petri und Davide Brescianini führen das Unternehmen mit viel Pioniergeist und Kreativität. Die vollautomatisierten Spritzgießlinien und eine ebenfalls vollautomatisierte Materialzuführung ermöglicht „Geisterschichten“, also mannlose Schichten, um Aufträge mit sehr hohen Stückzahlen verlässlich abarbeiten zu können. Verarbeitet wird beispielsweise TPU in Mehrkomponententeilen. Besonders stolz ist man bei C.B. auf die selbstentwickelten wiederverwendbaren Kabelbinder, ein innovatives patentiertes System, das zunächst für die Automobilindustrie entwickelt wurde. Clelia Petri ist auch im Vorstand von TPM engagiert und gab der Gruppe einen Überblick über die Aktivitäten des Netzwerks, das neben einigen Großveranstaltungen eine ganze Reihe an TPE-Weiterbildungsseminaren anbietet.

Das bot die letzte Station der Reise

Die letzte Station der Reise war bei den Extrusionsexperten von Aquatechnik in Magnano. Der Technische Direktor Gabriele Depinto führte die Gruppe durch die Produktion und die ausgezeichnet ausgestatteten Labore. Das Unternehmen stellt unter anderem Rohre für Trinkwasseranwendungen her und setzt in den Dichtungen auch thermoplastische Elastomere ein. Ines Kühnert, TPE-Forum Sprecherin, fasste die Eindrücke der Netzwerk-Reise zusammen: „Wir konnten auf der Reise tolle Einblicke gewinnen, neue Unternehmen kennenlernen und vielversprechende Kontakte zu Firmen und zum Netzwerk TMP knüpfen. Nicht zuletzt waren wir hocherfreut und dankbar über die Offenheit und Gastfreundschaft unserer italienischen Gastgeber. Wir freuen uns auf den Fortgang der Gespräche.“Der nächste Treffpunkt der TPE-Community in Deutschland wird die TPE-Tagung des SKZ in Würzburg vom 3. bis 4. Juni 2025 sein.

Über das TPE-Forum

Thermoplastische Elastomere sind als eigenständige Werkstoffklasse (nach DIN EN ISO 18064) zwischen Thermoplasten und Kautschuken angesiedelt. Als äußerst vielseitige Werkstoffe, die „das Beste beider Welten“ in sich vereinen, bieten sie auf der einen Seite zwar hohes Wachstumspotenzial, auf der anderen Seite besteht aber auch nach wie vor im Markt bei OEMs als auch Verarbeitern nicht selten Aufklärungsbedarf, bspw. hinsichtlich der Abgrenzung der einzelnen Klassen oder der werkstoffgerechten Verarbeitung zur Erzielung optimaler Eigenschaften im Endprodukt. Aufgrund ihrer „In-between-Position“ haben TPEs auch in Hinsicht auf regulatorische und Normungsfragen eine Sonderrolle inne, der mit einem hohen Maß an Wissen um die Besonderheit dieser Werkstoffklasse Rechnung getragen werden muss.
 
Das TPE-Forum wurde 2016 gegründet als eine Plattform, die Fachleute aus Industrie, Wissenschaft und Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Verbänden an einen Tisch bringt. Das TPE-Forum bildet damit eine übergreifende Interessensgemeinschaft, die zum Ziel hat, TPE-Materialien als eigenständige Werkstoffgruppe zu etablieren, Normen, Richtlinien, Anforderungen, Produktdesign etc. für TPEs werkstoffgerecht zu formulieren und ganz allgemein bei Verarbeitern und OEMs den Bekanntheitsgrad der TPE und das Wissen über die Werkstoffgruppe zu erweitern. Im Bereich der Normung und Technischen Regelsetzung für TPE ist der WDK e.V. mit seiner Fachvereinigung TPE als einer der Trägerorganisationen des TPE-Forums federführend.

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