Christophe Ricard, Präsident von Green GT & Co-Präsident der Mission H24 und Stéphane Richelmi, Fahrer des Wasserstoff-Rennwagens. (Bild: Michelin)

Christophe Ricard, Präsident von Green GT & Co-Präsident der Mission H24 und Stéphane Richelmi, Fahrer des Wasserstoff-Rennwagens. (Bild: Michelin)

Dass Nachhaltigkeit und High Performance kein Widerspruch sind, zeigt der Green GT Mission H24 – ein wasserstoffbetriebener Langstreckenrennwagen der Initiative Mission H24. Von 2024 an sollen bei Langstreckenrennen wie etwa den 24 Stunden von Le Mans die Rennklassen um eine Wasserstoff-Fahrzeugklasse ergänzt werden. Das Ziel sind emissionsfreie Langstreckenrennen auf der ganzen Welt.

Wasserstoffantrieb unter Rennbedingungen

Michelin und der Wasserstoff-Brennstoffzellenhersteller Symbio – ein Joint Venture zwischen Michelin und Faurecia – unterstützen dieses Projekt. Symbio hat die Produktion von 200.000 Brennstoffzellen pro Jahr bis 2030 angepeilt. Mit der Entwicklung und Produktion einer Vier-Stapel-Wasserstoff-Brennstoffzelle liefert das Unternehmen das Herzstück des Langstreckenrennwagens. Die in Kombination mit Batterien eingebaute Brennstoffzelleneinheit treibt vier Elektromotoren an. Diese erzeugen zusammen eine Leistung von 653 PS, die mit dem Leichtbauchassis und den aerodynamischen Eigenschaften des Fahrzeugs den Rennwagen auf Geschwindigkeiten jenseits der 300 km/h ermöglichen. Gleichzeitig muss sich die Technik unter den extrem harten Rennbedingungen bei einem Langstreckenrennen bewähren.

Sonnenblumenöl, Kiefernharz, Orangenschalen und Aluminiumdosen 

Prototyp-Rennreifen, der unter anderem aus Sonnenblumenöl und Orangenschalen besteht. (Bild: Michelin)

Prototyp-Rennreifen, der unter anderem aus Sonnenblumenöl und Orangenschalen besteht. (Bild: Michelin)

Die zweite vorgestellte Entwicklung, ein Prototyprennreifen, besteht nahezu zur Hälfte aus nachhaltigen Rohstoffen, darunter recyceltem Ruß und Altreifen – und aus reifenuntypischen Zutaten wie Orangen- und Zitronenschalen, Sonnenblumenöl, Kiefernharz und Aluminiumdosen. Die Schalen, das Öl und das Harz ersetzen Erdöl und die Aluminiumdosen werden zu Wulstkernen und Gürtellagen im Rennreifen. Unter dem Strich bedeutet das einen Anteil von 46 % an nachhaltigen Rohstoffen. Zum Vergleich: Bereits heute gewinnt die Michelin Gruppe fast ein Drittel der für die Reifenproduktion eingesetzten Materialien aus nachhaltigen Rohstoffen. Bis 2030 soll diese Kennzahl auf 40 % steigen.