Wirtschaftswende in Deutschland in Gefahr? Kautschukindustrie kritisiert Koalitionspläne

Verantwortliche:r Redakteur:in: Simone Fischer 1 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie zeigt sich enttäuscht über die Koalitionsverhandlungen. Wdk-Hauptgeschäftsführer Engelhardt mahnt ambitioniertere Maßnahmen zum Bürokratieabbau und zur Entlastung der Energiekosten an. Auch beim Umgang mit EU-Gesetzen und der Frage nach wirtschaftsfreundlichen Lösungen mangelt es laut dem Verband an Einigkeit und Entschlossenheit.

Das Bürokratielabyrinth scheint sich aktuell noch nicht zu lüften.(Bild:  Dalle3/OpenAI)
Das Bürokratielabyrinth scheint sich aktuell noch nicht zu lüften.
(Bild: Dalle3/OpenAI)
Boris Engelhardt, Hauptgeschäftsführer WDK(Bild:  WDK)
Boris Engelhardt, Hauptgeschäftsführer WDK
(Bild: WDK)

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (WDK) ist von den Arbeitsgruppenergebnissen in den Koalitionsverhandlungen von Union und SPD enttäuscht. „So kann die Wirtschaftswende in Deutschland nicht gelingen“, sagte WDK-Hauptgeschäftsführer Boris Engelhardt. „Die darin geplanten Maßnahmen sind bei weitem nicht ambitioniert genug und verkennen den Ernst der Lage in der Industrie.“ So griffen die Pläne zum Bürokratieabbau und zur Energiekostenentlastung zu kurz. „Die Einrichtung eines digitalen Bürokratieportals bedeutet nichts anderes als zum Bürokratieabbau noch mehr Verwaltungsaufwand zu betreiben. Die Wirtschaft macht seit Jahren Vorschläge, wie Bürokratie abgebaut werden kann. Wir haben hier kein Wissensproblem, sondern ein Umsetzungsdefizit.“ 
Auch das Maßnahmenpaket zur Senkung der Energiepreise reiche nicht aus, so Engelhardt. „Für das produzierende Gewerbe muss der Strompreis exklusive Stromsteuer um fünf Cent entlastet werden, ansonsten ändert sich nichts für die Unternehmen.“ Erforderlich sei auch eine Haushaltsfinanzierung der Gasnetzentgelte. Engelhardt bedauerte zudem, dass der industrielle Mittelstand bislang überhaupt nicht erwähnt werde. 

Diese Punkte sind noch offen

Weitere wichtige Punkte, die auch der WDK vorgeschlagen habe, seien noch umstritten. „Sowohl bei der Abkehr vom Verbrenner-Aus, der Abschaffung des Lieferkettengesetzes oder bei der Verhinderung unnötiger Belastungen durch EU-Gesetze oder bei deren exzessiver Umsetzung herrscht noch Uneinigkeit. Hier sind wirtschaftsfreundliche Lösungen notwendig und keine faulen Kompromisse.“ Positiv wertete der WDK-Hauptgeschäftsführer die Richtungsentscheidung für einen risikobasierten Ansatz in der Chemikalienregulierung und die Absage an ein Totalverbot von Stoffgruppen. Das zeige, dass gute Argumente letzten Endes auch die Politik überzeugten.

Quelle: WDK

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung