Geopolitische Lage Warum der WDK einen Rohstoffdialog fordert

Verantwortliche:r Redakteur:in: Simone Fischer 1 min Lesedauer

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Die deutsche Kautschukindustrie fordert von der Bundesregierung einen Paradigmenwechsel in der Rohstoffpolitik. Boris Engelhardt, Hauptgeschäftsführer des WDK, erläutert diese Forderung.

„Die Haltung, dass in erster Linie die Unternehmen für die Sicherung ihrer Versorgung mit Rohstoffen und Vorprodukten verantwortlich sind, ist angesichts der veränderten geopolitischen Lage nicht mehr zeitgemäß“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des WDK, Boris Engelhardt. Er forderte deshalb die Einrichtung eines permanenten Rohstoffdialogs.(Bild:  © Domokanonos – stock.adobe.com)
„Die Haltung, dass in erster Linie die Unternehmen für die Sicherung ihrer Versorgung mit Rohstoffen und Vorprodukten verantwortlich sind, ist angesichts der veränderten geopolitischen Lage nicht mehr zeitgemäß“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des WDK, Boris Engelhardt. Er forderte deshalb die Einrichtung eines permanenten Rohstoffdialogs.
(Bild: © Domokanonos – stock.adobe.com)
Boris Engelhardt(Bild:  WDK)
Boris Engelhardt
(Bild: WDK)

„Die deutsche Kautschukindustrie ist wie viele andere Branchen auf die Einfuhr von Rohstoffen angewiesen. Bei Naturkautschuk beträgt die Importabhängigkeit 100 Prozent, weshalb er auch bis 2023 als einziger organischer Rohstoff in der EU-Liste der kritischen Rohstoffe aufgeführt war“, erläutert Engelhardt. Schon damals habe sich gezeigt, dass sich die Rohstoffstrategie der Bundesregierung auf mineralische Rohstoffe konzentriere, aber organische außer Acht lasse. „Der WDK hat bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass es keine zentrale Erfassung der Abhängigkeit der gesamten deutschen Industrie von Rohstoffen und Vorprodukten gibt. Vor dem Hintergrund protektionistischer Tendenzen im globalen Handel ist die Notwendigkeit für eine aktivere Rohstoffsicherungspolitik noch einmal gestiegen.“

Engelhardt schlägt deshalb die Etablierung eines permanenten und alle rohstoffabhängigen Branchen umfassenden Dialogs zwischen Bundesregierung und Wirtschaft vor. „Drei Dinge wären dabei wichtig: Erweiterung des Fokus auch auf nicht-mineralische Rohstoffe und auf Vorprodukte, Erfassung von Bedarf und Abhängigkeiten sowie Erarbeitung von Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit und zur Diversifizierung der Lieferketten.“ Eine solche antizipierende Rohstoffpolitik würde den deutschen Industriestandort schützen und dafür sorgen, „dass Versorgungsprobleme nicht erst dann gelöst werden, wenn sie auftreten.“
Quelle: WDK

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