Geschredderte Altreifen auf einer Anlage für das Recycling

Das Joint Venture gibt den Bau des ersten von mehreren geplanten Werken bekannt. Künftig werden Reifen am Ende ihres Lebenszyklus recycelt um daraus nachhaltig nutzbare Rohstoffe zu gewinnen. (Bild: Enviro)

Verantwortlich für den Bau der Anlage ist ein im März 2023 gegründetes Joint Venture zwischen Antin Infrastructure Partners, Enviro und dem Reifenhersteller Michelin. Letzerer investiert seit Jahren in die Entwicklung moderner Recyclingmethoden. Der Bedarf für innovative Ansätze beim Altreifenrecycling ist groß: Allein in Europa beläuft sich die Menge der Reifen, die das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben, auf 3,5 Mio. t pro Jahr.

Nachdem alle Finanzierungsfragen geklärt und sämtliche Genehmigungen eingeholt wurden, erfolgte jetzt der Baustart. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für 2025 geplant. Dann entstehen dort zunächst bis zu 40 Arbeitsplätze. Mit Eröffnung der Anlage im schwedischen Uddevalla will das Joint Venture mit dem Bau weiterer Anlagen für das Recycling von Altreifen in ganz Europa beginnen, mit einer Gesamtkapazität von rund 1 Mio. Jahrestonnen. Auch für den Bau dieser Fabriken haben sich Antin und Enviro bereits auf einen Finanzierungsplan geeinigt. Eine Reihe von mehrjährigen Verträgen über die Lieferung von Altreifen sowie von rückgewonnenem Ruß und Pyrolyse-Öl sind ebenfalls bereits unterzeichnet.

Welches Know-how bringen die Projektpartner mitein?

Pyrolyse-Öl aus Altreifen
Mit der Pyrolysetechnologie werden aus Altreifen wieder Ausgangsstoffe für neue Produkte. (Bild: Enviro)

Die Partner um Michelin wollen das Ökosystem für das Altreifenrecycling konsequent vorantreiben. Antin bringt als Mehrheitsaktionär sein Know-how in der Entwicklung und Skalierung von zukunftsgerichteten Infrastrukturprojekten ein. Die patentierte Pyrolysetechnologie von Enviro soll durch die Zusammenarbeit der drei Partner zügig in ganz Europa verbreitet werden. Ziel des Joint Ventures ist der konsequente Ausbau des Altreifenrecyclings und damit die Erzeugung nachhaltiger Rohstoffe.

„Schon seit 2020 treibt Michelin als Anteilseigner von Enviro die Entwicklung dieser Technologie voran. Jetzt, da alle Finanzierungsfragen geklärt sind, gehen wir mit dem Bau der ersten Anlage in Schweden den nächsten Schritt“, erklärt Maude Portigliatti, Direktorin für Hightech-Materialien und Mitglied des Executive Committee der Michelin Gruppe. Die Kooperation steht dabei im Einklang mit den strategischen Zielen der Michelin Gruppe: „Wir wollen bis 2050 Reifen zu 100 Prozent aus erneuerbaren und recycelten Materialien produzieren und damit die Umweltauswirkungen der Michelin Reifen insgesamt verringern.“

Was ermöglicht die Pyrolysetechnologie von Enviro?

Die patentierte Recyclingtechnologie von Enviro macht es möglich, aus Altreifen wertvolle Rohstoffe zu gewinnen, darunter Ruß und Öl. Diese können bei der Herstellung von Reifen und in der petrochemischen Industrie verwendet werden. Indem neuer Ruß durch das Recyclingmaterial ersetzt wird, lassen sich die Emissionen, die herkömmlicher Ruß verursachen würde, um mehr als 90 % senken.

Quelle: Michelin

Kunststoffrecycling: Der große Überblick

Mann mit Kreislaufsymbol auf dem T-Shirt
(Bild: Bits and Splits - stock.adobe.com)

Sie wollen alles zum Thema Kunststoffrecycling wissen? Klar ist, Nachhaltigkeit hört nicht beim eigentlichen Produkt auf: Es gilt Produkte entsprechend ihrer Materialausprägung wiederzuverwerten und Kreisläufe zu schließen. Doch welche Verfahren beim Recycling von Kunststoffen sind überhaupt im Einsatz? Gibt es Grenzen bei der Wiederverwertung? Und was ist eigentlich Down- und Upcycling? Alles was man dazu wissen sollte, erfahren Sie hier.

Sie möchten gerne weiterlesen?