Award

Für die Entwicklung eines Türgriffs dessen Rohstoffe aus Altreifen gewonnen werden, wurden die Entwicklungspartner ausgezeichnet. (Bild: Pyrum)

Die Jury zeichnete die vier Unternehmen mit dem Best of Award in der Kategorie Material für die neuen Bügeltürgriffe der Mercedes S-Klasse und des EQE aus, in deren Herstellung fossile Rohstoffe durch Biomethan und Pyrolyseöl aus recycelten Altreifen ersetzt werden. Gemeinsam wird so der Wertstoffkreislauf geschlossen. Der Award wird von der Munich Expo anlässlich der in München stattfindenden Materialica ausgeschrieben.

 

Warum der Werkstoff als Drop-In Lösung eingesetzt werden kann

Die Kombination von Pyrolyseöl aus Altreifen und Biomethan kommt im Rahmen der Zusammenarbeit von Mercedes-Benz und BASF erstmals zum Einsatz. Der entstandene Kunststoff hat erstmals die gleichen Eigenschaften wie Neukunststoff, der aus fossilen Rohstoffen hergestellt wird – und eignet sich daher bestens für den Einsatz in Fahrzeugbauteilen.  

Das Verfahren ermöglicht die Produktionsleistung zu steigern, ohne ursprüngliche Rohstoffe zu belasten, sowie den CO2-Fußabdruck des Kunststoffs zu verringern. Ohne auf Qualität zu verzichten oder Einschränkungen hinzunehmen ist der chemisch recycelte Kunststoff chemisch identisch zu seiner fossilen Variante. Der Werkstoff kann in der Serienproduktion bei Witte Automotive als Drop-In Lösung ohne erneute Bemusterung eingesetzt werden. Der recycelte Kunststoff lässt sich genauso gut lackieren wie Material, das aus primären Rohstoffen hergestellt wurde. In Puncto Crash-Sicherheit steht er Neuware in nichts nach. Der Mercedes-EQE und die Mercedes-Benz S-Klasse erhalten noch in diesem Jahr als erste Serienmodelle Bügeltürgriffe aus diesem Material.

Derzeit wird mit den Partnern sondiert, wo Bauteile aus herkömmlichen fossilen Rohstoffen durch Bauteile aus dem neuem, innovativen Kunststoff im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft ersetzt werden können.  

Kunststoffrecycling: Der große Überblick

Mann mit Kreislaufsymbol auf dem T-Shirt
(Bild: Bits and Splits - stock.adobe.com)

Sie wollen alles zum Thema Kunststoffrecycling wissen? Klar ist, Nachhaltigkeit hört nicht beim eigentlichen Produkt auf: Es gilt Produkte entsprechend ihrer Materialausprägung wiederzuverwerten und Kreisläufe zu schließen. Doch welche Verfahren beim Recycling von Kunststoffen sind überhaupt im Einsatz? Gibt es Grenzen bei der Wiederverwertung? Und was ist eigentlich Down- und Upcycling? Alles was man dazu wissen sollte, erfahren Sie hier.

Wie Mercedes-Benz zum chemischen Recycling steht

Chemisches Recycling wendet Mercedes-Benz in Fällen an, in denen mechanisch erzeugte Rezyklate aus technischer Sicht entweder gar nicht oder nur bedingt eingesetzt werden können. Das chemische Recycling soll mechanisches Recycling nicht ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen. Beispielsweise bei Crash- oder sicherheitsrelevanten Bauteilen, die keine Verunreinigung oder Abweichungen in ihren Materialeigenschaften tolerieren. Mit dem neuen Verfahren können solche Bauteile künftig auch mit Sekundärrohstoffen hergestellt werden.

Quelle: Pyrum, Mercedes Benz

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