Reifenhersteller investieren in die Gesundheit von Kautschukerzeugern Lieferkette bei Naturkautschuk stabilisieren

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

Die Stabilität der Kautschuk-Lieferkette hängt direkt vom Wohlbefinden der Kleinbauern ab. Dreizehn weltweit führende Reifenhersteller finanzieren nun eine Gesundheitsinitiative für 1.800 Haushalte in der Elfenbeinküste, um Ernteausfälle durch medizinische Notfälle zu minimieren und die Produktivität sowie die Rohstoffversorgung langfristig zu sichern.

In der Elfenbeinküste, dem weltweit viertgrößten Kautschukproduzenten, führen medizinische Notfälle regelmäßig zu erheblichen Produktionsverlusten.(Bild:  stock.adobe.com - themorningglory)
In der Elfenbeinküste, dem weltweit viertgrößten Kautschukproduzenten, führen medizinische Notfälle regelmäßig zu erheblichen Produktionsverlusten.
(Bild: stock.adobe.com - themorningglory)

Die Global Platform for Sustainable Natural Rubber (GPSNR) hat eine dreijährige Partnerschaft mit dem Berliner Sozialunternehmen Elucid geschlossen, um die Gesundheitsversorgung in der Elfenbeinküste zu verbessern. Insgesamt 13 Branchengrößen – darunter Aeolus, Apollo, BKT, Goodyear, Hankook, Kumho, Maxxis, Nokian Tyres, Prometeon, Sumitomo Riko, Sumitomo Rubber, Toyo Tire und Yokohama – finanzieren das Projekt über den Shared Investment Mechanism (SIM) der GPSNR. Ziel ist es, rund 9.000 Personen Zugang zu medizinischer Versorgung zu verschaffen. Die Initiative adressiert eine oft übersehene Schwachstelle: den direkten Einfluss der Gesundheit von Kleinbauern auf die Produktivität der gesamten Lieferkette.

Wirtschaftliche Relevanz der Gesundheitsvorsorge

In der Elfenbeinküste, dem weltweit viertgrößten Kautschukproduzenten, führen medizinische Notfälle regelmäßig zu erheblichen Produktionsverlusten. Allein im Jahr 2017 kosteten solche Ausfälle das Land schätzungsweise 853 Mio. USD an Exporten im Agrarsektor. Da viele Landwirte sowohl Kakao als auch Kautschuk anbauen, sind die Auswirkungen auf den Naturkautschuksektor massiv. Eine Studie aus dem Jahr 2024 zeigt zudem, dass die Absicherung durch eine Krankenversicherung die landwirtschaftlichen Investitionen um rund 40 % steigert.

„Ein Landwirt, der es sich nicht leisten kann, bei Krankheit einen Arzt aufzusuchen, oder der nicht zur Farm gehen kann, weil sein Kind krank ist, kann nicht produktiv sein“, sagt Stefano Savi, CEO der GPSNR. Er betont, dass Gesundheitsfürsorge kein separates Thema, sondern zentral für die Resilienz der Lieferkette sei. Ohne verlässliche Versorgung sind Farmer bei Notfällen oft gezwungen, Betriebsmittel zu verkaufen oder Farmverbesserungen aufzugeben – ein direktes Risiko für die verarbeitende Industrie.

Ein vierstufiges Modell für stabile Erträge

Das Programm setzt auf einen ganzheitlichen Ansatz, um administrative und finanzielle Barrieren abzubauen. Zwar sind auf dem Papier zwei Drittel der Bevölkerung krankenversichert, doch nutzten im Jahr 2025 weniger als 4 % tatsächlich ihre Versicherungskarte, da der Zugang zu Medikamenten und Behandlungen oft lückenhaft ist. Die Initiative umfasst daher die Anmeldung aller Teilnehmer im nationalen Versicherungssystem CMU, ergänzt durch Elucids Notfallversorgung für lebensrettende Dienste und WHO-akkreditierte Medikamente. Zusätzlich werden 15 lokale Gesundheitseinrichtungen modernisiert.

„Dieses Modell kann in allen Kautschukanbauregionen repliziert und auf andere Agrarsektoren übertragen werden“, sagt Sambhavna Biswas, Partnerships Manager bei Elucid. Jeder in der Wertschöpfungskette profitiere, wenn die Menschen an deren Basis gesundheitlich und wirtschaftlich abgesichert seien. Die Einschreibung der Farmer beginnt im August 2026. Ab Dezember 2027 soll das Projekt in eine Phase der langfristigen Nachhaltigkeit übergehen, in der lokale Kooperativen befähigt werden, die Gesundheitsunterstützung für ihre Mitglieder eigenständig fortzuführen.

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