LSR für den Einsatz im Lebensmittelkontakt Silikonkautschuk: Temperfrei und selbsthaftend

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

Wacker zeigt auf der Fakuma 2026 den selbsthaftenden Flüssigsilikonkautschuk Elastosil LR 5471, der ohne Tempern die BfR-Vorgaben für Lebensmittelkontakt erfüllt. Verarbeiter von Hart-Weich-Komponenten sparen damit mehrstündige Ausheizprozesse und senken ihre Fertigungskosten.

Der neue temperfreie Silikonkautschuk eignet sich u.a.  für die Herstellung von Küchenutensilien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.(Bild:  Wacker)
Der neue temperfreie Silikonkautschuk eignet sich u.a. für die Herstellung von Küchenutensilien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.
(Bild: Wacker)

Wacker stellt auf der Fakuma 2026 das Flüssigsilikon Elastosil LR 5471 vor. Die Materialentwicklung vernetzt zu einem Silikonelastomer mit einem geringen Flüchtigengehalt. Dadurch eignet sich der Werkstoff ohne thermische Nachbehandlung für den Einsatz im Lebensmittel- und Medizinsektor sowie in der Säuglingspflege. Die Werkstoffformulierung ermöglicht den Verzicht auf das sonst übliche, stundenlange Ausheizen im Temperofen.

Direkte Haftung auf Thermoplasten und Metallen

Das zweikomponentige, additionsvernetzende System ist mit internen Haftvermittlern ausgerüstet, die eine feste Verbindung zu Substraten aufbauen. Im Spritzgießverfahren lässt sich die Hartkomponente ohne Vorbehandlung der Oberflächen direkt mit dem Flüssigsilikonkautschuk überspritzen.

Bei internen Prüfungen nach ISO 813 erreichte das Material auf Polybutylenterephthalat (PBT) eine Haftung von 28 N/mm. Vergleichbare Ergebnisse erzielt das Silicon auch auf Polyethylenterephthalat (PET) sowie auf Metallen. Das Verfahren ermöglicht die wirtschaftliche Herstellung von Thermoplast- und Metall-Silicon-Verbundbauteilen in der Großserie.

Einhaltung der Regularien ohne Temperprozess

Der neue Flüssigsiliconkautschuk ist selbsthaftend, wodurch sich Hart-Weich-Verbundbauteile effizient herstellen lassen. Vulkanisate aus dem Produkt können zudem ohne Nachbehandlung in der Medzintechnik eingesetzt werden.(Bild:  Wacker)
Der neue Flüssigsiliconkautschuk ist selbsthaftend, wodurch sich Hart-Weich-Verbundbauteile effizient herstellen lassen. Vulkanisate aus dem Produkt können zudem ohne Nachbehandlung in der Medzintechnik eingesetzt werden.
(Bild: Wacker)

Standardmäßige Flüssigsilikonkautschuke für sensitive Anwendungen benötigen meist eine mehrstündige thermische Nachbehandlung, um flüchtige Bestandteile auszutreiben. Messungen nach der BfR-Methode an 2,0 mm dicken Prüfplatten zeigten nach vier Stunden bei 200 °C einen spezifizierten Flüchtigengehalt von unter 0,4 %. Damit entspricht das ungetemperte Material den Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) für Silicone mit Lebensmittelkontakt. Durch den Entfall des Temperns verringern Verarbeiter den Energiebedarf und verkürzen Durchlaufzeiten in der Produktion.

Mechanische Festigkeit und Verarbeitungsoptionen

Auch ohne thermisches Ausheizen weist das Vulkanisat hohe mechanische Kennwerte auf. Ungetemperte Prüfkörper erreichen eine Reißdehnung von 570 % sowie eine Weiterreißfestigkeit von 38 N/mm nach ASTM D 624 B. Elastosil LR 5471 steht in den Härtegraden 40 und 50 Shore A zur Verfügung und eignet sich für Co-Molding-Prozesse sowie das Umspritzen von Einlegern.

Typische Einsatzgebiete bilden Dichtungen, Küchenutensilien wie flexible Schaber, Auflagen für Medizinmasken sowie Weichkomponenten für Babysauger. Weitere Details zum Werkstoff präsentiert Michael Kalchauer, Leiter des Wacker Process Technology Centers, am 13. Oktober um 14:20 Uhr im Konferenzzentrum Ost (Raum Berlin) auf der Fakuma. (mg)

Service

Wacker auf der Fakuma: Halle A6, Stand A6-6212
Werkstoffpräsentation: 13. Oktober, 14:20 Uhr im Konferenzzentrum Ost (Raum Berlin) 

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