Krauss Maffei unterstützt MD Elektronik PBT/LSR-Spritzgießen für neue Steckverbindungen

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Der Automobilzulieferer MD Elektronik steigt in die Verarbeitung von Flüssigsilikon (LSR) ein. Eine maßgeschneiderte, vollelektrische Spritzgießmaschine der PX-Baureihe von Krauss Maffei ermöglicht flexiblen 2K-Mikrospritzguss mit PBT und LSR – von der Prozessentwicklung im Technikum bis zur Serienfertigung.

Die gemeinsam entwickelte PXL 201-100/55 Silco-Set ermöglicht die flexible Verarbeitung von Thermoplasten und Flüssigsilikon (LSR) auf einer Plattform. Vertreter von MD Elektronik und Krauss Maffei vor der PXL-Technikumslösung (v. l. n. r. Florian Pell, Christian Heilmann, Peter Krause, Christian Rössler).(Bild:  Krauss Maffei)
Die gemeinsam entwickelte PXL 201-100/55 Silco-Set ermöglicht die flexible Verarbeitung von Thermoplasten und Flüssigsilikon (LSR) auf einer Plattform. Vertreter von MD Elektronik und Krauss Maffei vor der PXL-Technikumslösung (v. l. n. r. Florian Pell, Christian Heilmann, Peter Krause, Christian Rössler).
(Bild: Krauss Maffei)

Der Automobilzulieferer MD Elektronik erweitert seine Fertigung um die Kombination von Thermoplasten und Flüssigsilikon (LSR). Für die Entwicklung neuer Steckverbindungen aus Polybutylen-Terephthalat (PBT) und Silikon setzt das Unternehmen am Standort Waldkraiburg auf eine vollelektrische Spritzgießmaschine der Serie PX von Krauss Maffei. Das System PXL 201-100/55 Silco-Set dient als flexible Entwicklungsplattform im Technikum und wird um eine identische Produktionszelle im Werk in Tschechien ergänzt.

Innerhalb weniger Monate konzipierte das Unternehmen mit Krauss Maffei als Kooperationspartner das System, das exakt auf die spezifischen Anforderungen von MD Elektronik abgestimmt ist. Eine seit über 25 Jahren bestehende Partnerschaft beider Unternehmen bildete dabei das Fundament für die schnelle technische Umsetzung.

Flexible Plastifizierung und voll integrierte Dosierung

Kompakte Produktionszelle mit Entnahmehandling und Förderband der PXL 201-100/55 am Standort Waldkraiburg.(Bild:  Krauss Maffei)
Kompakte Produktionszelle mit Entnahmehandling und Förderband der PXL 201-100/55 am Standort Waldkraiburg.
(Bild: Krauss Maffei)

Die entwickelte Maschinenplattform verfügt über zwei Spritzaggregate, die flexibel für Thermoplaste sowie Flüssigsilikon eingesetzt werden können. Wechselbare Schneckendurchmesser von 12 bis 28 mm sichern die Anpassung an unterschiedlichste Bauteilgeometrien. Ein zentrales Element ist eine 12-mm-LSR-Schnecke, die Mikrospritzgießanwendungen mit Schussgewichten deutlich unter 1 g realisiert. Zudem ist die Silikon-Dosieranlage vollständig in die Maschinensteuerung MC6 eingebunden.

„Wir wussten nur, dass wir in die LSR-Verarbeitung einsteigen und uns technisch möglichst viele Optionen offenhalten wollten“, erklärt Christian Heilmann, Teamleiter Kunststofftechnik bei MD Elektronik. „Gemeinsam mit Krauss Maffei haben wir eine komplett individuelle Maschinenkonfiguration der vollelektrischen PX entwickelt, welche perfekt auf unsere Anforderungen abgestimmt ist.“

Drehteller und erweiterte Aufspannflächen

Zur Handhabung anspruchsvoller Mehrkomponenten-Werkzeuge stattete der Maschinenbauer die Spritzgießeinheit mit einem Drehteller, einem Indexantrieb sowie verbreiterten Aufspannplatten aus. Diese Konfiguration erlaubt das Aufspannen unterschiedlicher Werkzeugkonzepte für unterschiedliche Bauteilgeometrien.

„Gerade solche individuellen Projekte sind der Schlüssel zum Erfolg unserer Kunden“, betont Florian Pell, Leitung Vertrieb Deutschland Spritzgießtechnik & Automation bei Krauss Maffei. „Kundenindividuelle Systementwicklungen bilden die Basis für erfolgreiche Serienanläufe.“

Adaptive Regelung kompensiert Viskositätsschwankungen

Eine technische Herausforderung bei Flüssigsilikonen liegt in Materialviskositätsschwankungen, da das Schussgewicht bei LSR nicht über einen klassischen Nachdruck korrigiert werden kann. Das Assistenzsystem APCplus überwacht die Viskosität im Prozess und gleicht Schwankungen durch eine automatische Regelung des Umschaltpunkts aus. Dies gewährleistet eine reproduzierbare Kavitätenfüllung ab dem ersten Schuss, reduziert Anfahrzeiten und erhöht die Produktionssicherheit in Technikum und Serie.

Gezielter Know-how-Aufbau

Neben der Maschinentechnik umfasst die Zusammenarbeit Schulungen für die Mitarbeiter von MD Elektronik in den Bereichen Anwendungstechnik, Prozessführung und Reinigung. Diese Qualifikation bereitet das Team gezielt auf die verfahrenstechnischen Besonderheiten des Silikonspritzgusses vor. Die im Technikum erarbeiteten Parameter lassen sich anschließend direkt auf die Produktionszelle übertragen. Damit legt die Kooperation die Basis für die Serienfertigung der neuen Steckverbindungen. (mg)

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