Altreifenstatistik 2025 84.000 Tonnen Rohstoffe fürs Recycling „verschwinden“

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Die deutsche Kautschukindustrie verzeichnet beim Reifenrecycling eine stoffliche Verwertung von 210.000 t Granulat und Gummimehl. Gleichzeitig verschwinden jedoch jährlich 84.000 t Altreifen über ungeklärte Kanäle aus dem Verwertungskreislauf. Der WDK spricht sich daher für eine lückenlose Mengenerfassung aus.

Deutschland verzeichnete 2025 beim Reifenrecycling eine stoffliche Verwertung von 210.000 t Granulat und Gummimehl, nahezu das Dreifache von der Menge, die in der Zementindustrie thermisch verwertet wird.(Bild:  stock.adobe.com - overcrew)
Deutschland verzeichnete 2025 beim Reifenrecycling eine stoffliche Verwertung von 210.000 t Granulat und Gummimehl, nahezu das Dreifache von der Menge, die in der Zementindustrie thermisch verwertet wird.
(Bild: stock.adobe.com - overcrew)

Im Jahr 2025 fielen in Deutschland insgesamt 522.000 t Altreifen zur Weiterverwendung und Verwertung an. Während 210.000 t zu Granulaten sowie Gummimehlen verarbeitet wurden, bleibt der Verbleib von 84.000 t Reifenmaterial vollständig unklar. Diese Menge entspricht rund 16 % des gesamten Aufkommens und entzieht dem heimischen Markt wertvolle Sekundärrohstoffe. Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (WDK) warnt davor, dass unkontrollierte Exporte in Staaten außerhalb der Europäischen Union die Rohstoffversorgung der heimischen Recycler gefährden.

Stoffliche Verwertung übertrifft energetische Nutzung

Positiv entwickelt sich die Verwertung bei den erfassten Mengen im Inland. Mit 210.000 t übersteigen die Mengen für Gummimehl und Granulate die thermische Verwertung in der Zementindustrie mit 78.000 t um nahezu das Dreifache. Weitere 20.000 t Karkassen gingen direkt in die Runderneuerung, während 8.000 t im Inland wiederverwendet wurden. „Das ist eine ausgesprochen positive Entwicklung und ein überzeugender Beleg für die Fortschritte der Kreislaufwirtschaft bei Reifen“, betont Stephan Rau, Technischer Geschäftsführer beim WDK.

Verluste durch ungeklärte Exportkanäle

(Bild:  WDK / Quellen: Außenhandelsstatistik (Genesis), VdZ, Erhebungen WDK / BRV)
(Bild: WDK / Quellen: Außenhandelsstatistik (Genesis), VdZ, Erhebungen WDK / BRV)

Dem positiven Trend beim Werkstoffrecycling stehen substanzielle Verluste durch ungeklärte Stoffströme gegenüber. Neben dem offiziellen Export von 66.000 t zur Wiederverwendung und 48.000 t runderneuerten Reifen sickern 84.000 t unkontrolliert ab. „Es besteht die Vermutung, dass diese und möglicherweise noch weit größere Mengen in Staaten außerhalb der EU exportiert wurden, um dort verbrannt oder unter desolaten Gesundheits- und Umweltbedingungen einer Pyrolyse unterzogen zu werden“, erklärt Rau. Solche Praktiken untergraben die Nachhaltigkeitsziele und entziehen der Recyclingbranche das Basismaterial.

Der WDK dringt daher auf verbindliche Rahmenbedingungen. Eine lückenlose digitale Nachverfolgung aller anfallenden Altreifen soll illegale Verwertungswege unterbinden und die Stoffströme transparent machen. „Eine solches Vorgehen fordert der WDK gemeinsam mit anderen Verbänden und Organisationen bereits seit mehreren Jahren“, erläutert Rau. Zur konsequenten Schließung der Wertstoffkreisläufe brauche es nun den politischen Willen zur Durchsetzung eines funktionierenden Recyclingsystems. (mg)

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