Halbjahresbilanz 2026 der deutschen Kautschukindustrie Kautschukproduktion in Deutschland sinkt erneut

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Die deutsche Kautschukindustrie verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 Rückgänge bei Produktion, Umsatz und Beschäftigung. Hohe Energiekosten und bürokratische Hürden belasten die Gummi- und Elastomerverarbeiter massiv. Der Wirtschaftsverband WDK fordert dringende politische Reformen zur Standortsicherung.

Wirtschaftsdaten der deutschen Kautschukindustrie im 1. Halbjahr 2026: Gummiverarbeiter stehen unter doppelten Druck aus hohen Kosten bei Energie und Bürokratie sowie starkem Preiswettbewerb mit außereuropäischen Anbietern.(Bild:  WDK)
Wirtschaftsdaten der deutschen Kautschukindustrie im 1. Halbjahr 2026: Gummiverarbeiter stehen unter doppelten Druck aus hohen Kosten bei Energie und Bürokratie sowie starkem Preiswettbewerb mit außereuropäischen Anbietern.
(Bild: WDK)

Im ersten Halbjahr 2026 verringerte sich die Gesamtproduktion der deutschen Kautschukindustrie um 5,4 % auf 530.000 t. Der Branchenumsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,1 % auf 5,2 Mrd. Euro. Dabei entwickelte sich das Inlandsgeschäft mit einem Minus von 4,7 % auf 3,05 Mrd. Euro schwächer als der Auslandsumsatz, der nur um 3,2 % auf 2,15 Mrd. Euro nachgab. Die Anzahl der Beschäftigten in den Produktionsbetrieben reduzierte sich im selben Zeitraum um 5,0 % auf 57.200 Mitarbeiter.

Rückgänge in allen Segmenten

Die Sparte Reifen verzeichnete deutliche Rückgänge, wobei die Produktionsmenge um 9,1 % auf 200.000 t fiel und der Segmentumsatz um 7,9 % auf 1,76 Mrd. Euro nachgab. Der Auslandsumsatz im Reifensektor sank dabei um 9,8 % auf 460 Mio. Euro, während das Inlandsgeschäft um 7,1 % auf 1,3 Mrd. Euro zurückging.

Der Bereich der Technischen Elastomer-Erzeugnisse (TEE) blieb mit einem Produktionsrückgang von 2,9 % auf 330.000 t und einem Umsatzausfall von 2,0 % auf 3,44 Mrd. Euro stabiler. Innerhalb dieses Segments sanken die Umsätze mit Fahrzeugkomponenten um 4,8 % auf 1,57 Mrd. Euro, während sonstige Industrienanwendungen leicht um 0,5 % auf 1,87 Mrd. Euro zulegten.

Die Kapazitätsauslastung bei Reifen lag bei 75,7 %, Technischen Elastomer-Erzeugnisse verzeichneten eine Auslastung von 76,4 %. 

Kostenbelastung und Wettbewerbsdruck

„Bei fast allen Kennzahlen herrscht die Farbe Rot vor“, erläutert Michael Berthel, Chefvolkswirt beim Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (WDK). Als maßgebliche Ursachen für die Kennzahlenrückgänge nennt er hohe Energiekosten, bürokratische Auflagen und einen intensivierten Wettbewerb durch außereuropäische Anbieter.

Bei fast allen wirtschaftlichen Kennzahlen herrscht die Farbe Rot vor.
Michael Berthel, Chefvolkswirt beim WDK.(Bild:  WDK)
Michael Berthel, Chefvolkswirt beim WDK.
(Bild: WDK)

„Die dringend erforderlichen Reformen zur Stärkung des Industriestandorts müssen jetzt kommen“, betont daher Michael Klein, Präsident des WDK. Klein verweist darauf, dass ungleiche Wettbewerbsbedingungen die heimische Produktion belasten und die Versorgungsicherheit und Autarkie in strategischen Sektoren wie Mobilität, Energie und Infrastruktur gefährden. 

Bürokratieabbau und Korrekturen beim Emissionshandel

Zur Stabilisierung des Industriestandorts fordert der Verband die Aussetzung sowie Aufhebung von behördlichen Berichtspflichten für Unternehmen. Ergänzend verlangt der WDK direkte Schritte zur Reduzierung der Energiekosten, wozu unter anderem die Abschaffung des nationalen Emissionshandelssystems zählt. 

Die dringend erforderlichen Reformen zur Stärkung des Industriestandorts müssen jetzt kommen.
Michael Klein, Präsident des WDK(Bild:  WDK)
Michael Klein, Präsident des WDK
(Bild: WDK)

„Unsere mittelständischen Mitgliedsunternehmen stehen unter massivem Druck durch international nicht konkurrenzfähige Energiekosten“, erklärt Klein. Ohne angepasste Rahmenbedingungen drohe der Verlust von Produktionskapazitäten in Schlüsselbranchen der Elastomerverarbeitung.

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