wdk zum PPWR-Start „Es zwickt an allen Ecken“

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Heute treten zentrale Anforderungen der EU-Verpackungsverordnung PPWR in Kraft. Betroffen sind nicht nur Verpackungshersteller, sondern auch zahlreiche Unternehmen aus der Kautschukindustrie.

Der Stichtag am 12. August 2026 markiert den Beginn der praktischen Umsetzung der PPWR.(Bild:  KGK/Canva)
Der Stichtag am 12. August 2026 markiert den Beginn der praktischen Umsetzung der PPWR.
(Bild: KGK/Canva)

Mit der Verpackungsverordnung der Europäischen Union (EU), der Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR), gelten ab heute die ersten unmittelbar anwendbaren Vorgaben für Unternehmen. Betroffen sind Unternehmen, die Verpackungen oder verpackte Produkte in der EU in Verkehr bringen. Viele weitere Anforderungen treten erst schrittweise bis 2030 in Kraft. Unternehmen sollten sich jedoch bereits jetzt vorbereiten.

Kautschukindustrie kritisiert zunehmende Bürokratiepflichten

„Die Verzweiflung der deutschen Industrieunternehmen über die ab 12. August 2026 verpflichtende Umsetzung der europäischen Verpackungs-Regulierung PPWR spüren wir ganz hautnah“, so Boris Engelhardt, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie heute in Frankfurt am Main. Die PPWR ziele auf den Konsumgüterbereich und passe nicht für den Versand zwischen Industrieunternehmen (B2B). „Es ist, als müssten Sie ihren Fuß in einen Schuh zwängen, der zwei Nummern kleiner ist: Es zwickt an allen Ecken. Und belastet mehr, als es nützt“, so Engelhardt weiter.

Gerade die mittelständischen Unternehmen der Kautschukindustrie klagen über die erneut zunehmenden Bürokratiepflichten für jede einzelne von ihnen verpackte Sendung: Kennzeichnungsvorgaben, Dokumentationsvorgaben, verpflichtende Konformitätsbewertungsverfahren, Überwachungsvorgaben, Registrierungspflichten für jeden Versand ins Ausland. 

„Faszinierend und erschreckend zugleich ist, dass die Unternehmen alle diese Vorgaben einhalten müssen, auch wenn sie nur an einen anderen Betriebsteil ihres Unternehmens versenden. Und auch wenn sie bereits benutzte Verpackungen umweltbewusst wiederverwenden“, sagt Engelhardt.

wdk fordert Anpassungen für B2B-Versand

Die deutsche Kautschukindustrie fordert stellvertretend für die verarbeitende Industrie Europas konkret vom Gesetzgeber eine Anpassung der PPWR an die Besonderheit von Transportverpackungen im B2B-Versand, die Freistellung für Unternehmen mit jährlichem Versandverpackungs-Verbrauch im B2B-Versand kleiner 10 Tonnen, die Abschaffung der Verpflichtung zur Einschaltung Bevollmächtigter in europäischen Staaten, in denen eigene Kompetenz der Unternehmen zur Meldung vorliegt.

Weiter den Entfall der Dokumentationsvorgaben für Transportverpackungen zwischen verbundenen Unternehmen und Niederlassungen im EU-Ausland (B2B), da diese ohnehin schon in das unternehmenseigene Abfallmanagement PPWE-konform eingebunden sind. „Und wir fordern einen ‚Green Gate Ansatz‘: Für jede Transport-Verpackung muss eine einmalige Erfassung und Kennzeichnung ausreichen. Diese wird beim Erst-Inverkehrbringer abgelegt und ist für alle Beteiligten dort abrufbar. Idealerweise beim Verpackungshersteller als erstem Akteur im Verpackungs-Lebenszyklus“, so Engelhardt weiter.

Am erstaunlichsten sei für den Verband aber, dass die EU und nun auch die deutsche Bundesregierung die Verpackungsregulierung für die Unternehmen verpflichtend in Kraft setzt, obwohl sie selbst viele Details noch nicht geklärt hat. „Denn bis zu 80 weitere delegierte Rechtsakte hat die EU zur Ausgestaltung der PPWR schon angekündigt. Rechtssicherheit? Bürokratieabbau? Fehlanzeige!“, so Engelhardt abschließend.

Lesetipp

Folgen der PPWR für den Maschinenbau

Die PPWR zielt darauf ab, Verpackungsabfälle drastisch zu reduzieren und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft zu etablieren. André Koring vom VDMA glaubt nicht daran, dass das so einfach wird, wie Brüssel sich das wünscht. Insbesondere der Maschinenbau brauche klare, verlässliche und technologieneutrale Rahmenbedingungen.

Das Interview lesen Sie auf unserem Schwesternportal www.plastxnow.de (+)

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