Antidumping-Verfahren gegen China-Importe US-Handelsklage gegen Kautschukbeschleuniger aus China

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

Flexsys und Lanxess gehen in den USA gemeinsam gegen preisgünstige Importe des Beschleunigers CBS aus China vor. Ein offizieller Antrag auf Antidumping- und Ausgleichszölle zielt darauf ab, Wettbewerbsverzerrungen durch staatliche Subventionen zu korrigieren. Verarbeiter von Reifen und technischen Gummiwaren müssen mit steigenden Rohstoffkosten und Anpassungen in der Lieferkette rechnen.

Flexsys und Lanxess wehren sich in den USA gegen billige CBS-Beschleuniger aus China.(Bild:  stock.adobe.com – Rawf8)
Flexsys und Lanxess wehren sich in den USA gegen billige CBS-Beschleuniger aus China.
(Bild: stock.adobe.com – Rawf8)

Die US-amerikanischen Produzenten Flexsys America L.P. und Lanxess Corporation haben bei den zuständigen Behörden Anträge auf Antidumping- (AD) und Ausgleichszölle (CVD) eingereicht. Die Petition richtet sich gegen Importe von N-Cyclohexyl-2-benzothiazolsulfenamid, in der Fachwelt als Beschleuniger CBS bekannt, aus der Volksrepublik China. Der Antragsteller wirft den chinesischen Exporteuren vor, den US-Markt mit Preisen unter dem fairen Marktwert zu fluten und von massiven staatlichen Subventionen zu profitieren.

Die betroffenen Produkte umfassen CBS in allen Formen, ob als Pulver, Granulat, Flocken oder in Mischungen mit Ölen und Bindemitteln. CBS dient in der Kautschukverarbeitung als essenzieller Primärbeschleuniger für die Schwefelvulkanisation. Besonders die Reifenindustrie sowie Hersteller von Fördergurten, Schläuchen und Motorlagern setzen auf diesen Werkstoff, um optimale mechanische Eigenschaften und eine hohe Alterungsbeständigkeit der Endprodukte zu gewährleisten.

Dumpingmargen von über 150 Prozent unterstellt

In der Antragsschrift werden spezifische Dumpingmargen für chinesische Importe genannt, die sich in einer Spanne von 82,25 bis 153,25 % bewegen. Diese Zahlen verdeutlichen den Vorwurf einer massiven Preisunterschreitung gegenüber lokal produzierten Chemikalien. Parallel dazu untersuchen die Behörden zahlreiche Förderprogramme der chinesischen Regierung, die als unzulässige Subventionen gewertet werden könnten.

„Diese Anträge sind eine Reaktion auf die anhaltenden Marktverzerrungen, die die heimische Produktion von Kautschukchemikalien gefährden“, erläutert ein Vertreter des juristischen Teams der Klägerseite. Ziel des Verfahrens ist die Wiederherstellung fairer Wettbewerbsbedingungen durch die Einführung von Zusatzzöllen, welche die Preisvorteile der chinesischen Importe neutralisieren sollen.

Auswirkungen auf globale Lieferketten

Das Verfahren durchläuft nun zwei parallele Instanzen: Das US-Handelsministerium (DOC) prüft das Ausmaß des Dumpings und der Subventionierung, während die International Trade Commission (ITC) untersucht, ob der US-Industrie ein materieller Schaden entstanden ist. Sollten die Behörden den Anträgen stattgeben, drohen rückwirkende Zollzahlungen für Importeure, was die Beschaffungskalkulation für Kautschukverarbeiter kurzfristig erheblich verändern dürfte.

Für die globale Kautschukindustrie signalisiert dieser Vorstoß eine weitere Verschärfung der Handelspolitik. Da die USA ein bedeutender Absatzmarkt sind, könnten Verschiebungen in den Warenströmen auch den europäischen Markt beeinflussen. „Die Unternehmen müssen ihre Lieferquellen kritisch prüfen und die rechtlichen Entwicklungen engmaschig verfolgen, um lieferfähig zu bleiben“, sagt ein Handelsexperte der Kläger. Die endgültigen Entscheidungen der US-Behörden werden für das kommende Jahr erwartet.

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