2K-Anwendungen ohne Haftvermittler Haftmodifiziertes TPV für den 2K-Spritzguss mit PA12

Quelle: Pressemitteilung 1 min Lesedauer

Mocom hat ein TPV entwickelt, das ohne Haftvermittler direkt auf Polyamid 12 haftet. Der Werkstoff kommt ohne Vulkanisation sowie Werkzeuganpassungen aus, wie sie beim Einsatz von Silikonen oder TPU erforderlich sind. Dadurch sinken die Prozesskosten bei der Herstellung dichter 2K-Bauteile.

Eine neue TPV-Lösung für PA12 eröffnet mehr Spielraum bei technischen 2K-Anwendungen.(Bild:  Mocom)
Eine neue TPV-Lösung für PA12 eröffnet mehr Spielraum bei technischen 2K-Anwendungen.
(Bild: Mocom)

Die Fertigung von Verbundbauteilen aus hartem Polyamid 12 (PA12) und elastischen Weichkomponenten ist eine verfahrenstechnische Herausforderung. Silikone erfordern zeitintensive Vulkanisationsschritte im Spritzgießwerkzeug und erschweren das spätere Werkstoffrecycling. Zudem verlangen sie ebenso wie viele Thermoplastische Polyurethane (TPU) zusätzliche Haftvermittler oder mechanische Verankerungen, um eine feste Verbindung zu erzielen. TPU-Anwendungen stellen Spritzgießer darüber hinaus wegen ihrer Feuchteempfindlichkeit und anspruchsvollen Werkzeugentformung vor technische Hürden.

Direkte Haftung ohne chemische Haftvermittler

Mit dem neuen TPV Alfater XL A70I 4PA1210 von Mocom entfallen diese zusätzlichen Prozessschritte. Die Type erreicht eine direkte Haftung sowohl auf unverstärktem als auch auf glasfaser- (PA12-GF30) oder kohlefaserverstärktem PA12. Das reduziert die Komplexität der Spritzgießwerkzeuge und vereinfacht die gesamte Prozessführung. „Die Funktionsintegration in einem Produkt sowie mögliche Prozessvereinfachungen führen zu einer Kostenoptimierung des Gesamtbauteils“, erläutert Dr. Stefan Zepnik, Director Technical Service Center bei Mocom.

Beständigkeit gegenüber Kühlmitteln und Wärme

Das TPV weist eine Shore-Härte von 70 A auf und zeichnet sich durch einen niedrigen Druckverformungsrest unter Dauerlast aus. In Alterungstests zeigt das Material eine hohe Stabilität: Nach einer Lagerung von 1.000 h bei 100 °C in Wasser-Glykol-Gemischen bleiben Shore-Härte, Zugfestigkeit und Bruchdehnung weitgehend stabil. „Die Kombination aus guter Dichtwirkung, Haftung auf faserverstärktem PA12 und guter Kühlmittelbeständigkeit bildeten das Anforderungsprofil für die Entwicklung des neuen Werkstoffs“, betont Zepnik. Diese Eigenschaften qualifizieren den Elastomer-Werkstoff für langzeitstabile Dichtanwendungen im Kontakt mit Kühlmedien.

„Wir erweitern damit unsere Compoundlösungen für Anwendungen bei E-Autos um den Bereich Kühlkreislauf mit Dichtungen und Connectoren oder Kühlmedienschläuche“, erklärt Zepnik. Neben Steckverbindern, Gehäusen und Schaltern eröffnet die Kombination mit Carbonfaser-verstärkten Leichtbau-Compounds auch Anwendungen bei schlagzähen und feuchtigkeitsunempfindlichen Sportgeräten wie Skibindungen. (mg)

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